23 Fragen, der Personalausweis, im Alter zwischen 18 und 69, vorab viel trinken, aber keinen Alkohol, und nicht zu fettreich essen – das genügt zunächst, um als Blutspender auftreten zu können und somit letztlich als Lebensretter.
Schlüsselanhänger und Aufkleber gibt es gratis dazu. So wie eine leckere Brotzeit, ein kleines Präsent und nicht zuletzt anregende Gespräche mit Gleichgesinnten. Da sind die fünf bis zehn Minuten der eigentlichen Blutspende ein Klacks – obendrein erfolgt sie im Liegen und ermöglicht so ein paar Minuten Ruhe und Entspannung von einem mitunter hektischen Alltag.
Wenn der Hämoglobin-Wert stimmt, der unter anderem verrät, wie viel Eisen als Sauerstoffträger im Blut mitschwimmt, keine gravierenden Vorerkrankungen vorhanden sind, bestimmte Medikamente eingenommen werden mussten oder ein längerer Auslandsaufenthalt erst kurze Zeit zurückliegt, steht einer Blutspende hierzulande nichts im Wege. „In nahezu allen Gemeinden bieten wir reichlich Termine an“, verrät Eduard Schmid, der heimische „Mr. Blutspende“ der BRK-Bereitschaft Bad Reichenhall. Seit rund zehn Jahren kümmert sich der Angerer als Koordinator um die jeweils vierstündigen Abende in Schulen, Pfarr- und Jugendheimen oder BRK-Häusern zwischen Laufen und Berchtesgaden.
Spenden ist förderlich für Bluterneuerung
Zirka acht Prozent der wohlwollenden Blutspender müssen wieder nach Hause geschickt werden, weil sie aufgrund verschiedenster Kriterien nicht geeignet sind - beispielsweise, weil sich zu wenig Eisen im Blut befindet. Die Abgelehnten erhalten ein Merkblatt mit Ernährungstipps, damit es vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt klappt.
Wegen Unfällen braucht das BRK mehr Blut
„Wichtig“, so Schmid, sind „die Spenden vor allem im Sommer“. Grund: „Da passiert halt leider viel mehr, die Unfälle - vor allem der Motorradfahrer - häufen sich. Da brauchen wir ganz einfach mehr Blut“.Wenngleich den größten Anteil derjenigen, die auf Fremdblut angewiesen sind, nach wie vor Patienten mit Krebserkrankungen (19 Prozent) ausmachen. Dahinter folgen Herz-Kreislauf-Erkrankte und Magen-Darmkrankheiten (jeweils 16) und erst am Ende Unfallgeschädigte (12). Und dennoch: Von Juni bis August wird es mit den Vorräten regelmäßig knapp.
Darum liegt Eduard Schmid freilich viel dran, dass ordentlich Werbung für die Blutspende-Termine gemacht wird. Doch das Thema wird in den Medien meist erst eines, wenn es vielleicht gerade einmal nicht genug andere gibt - das berühmte Sommerloch tut dem Roten Kreuz also immer ganz gut. Der Bedarf an Blutspenden steigt Jahr für Jahr um ein bis zwei Prozent.
Im Landkreis sind die Teisendorfer aktuell die fleißigsten Blutspender (10 Prozent), gefolgt von Anger und Saaldorf-Surheim (je 8,5).
Martin Seiwald spendet nicht, um hinterher eine gute Brotzeit genießen zu können. „Da könnte ich ja gleich nach Salzburg zum Plasma-Spenden fahren – dort gibt es sogar Geld dafür“. Der ehemalige Pidinger Fußball-Jugendtrainer besucht die Termine des BRK, weil er gerne etwas Gutes tut, gerne hilft, ganz selbstverständlich. Und hinterher kann man sich bei einer Tasse Kaffee gut mit Gleichgesinnten unterhalten. Und: Früher oder später – aber auch darum geht es dem Angerer nicht – wird er von Eduard Schmid und Co. für seine vielen Spenden geehrt. Nicht nur vom heimischen Roten Kreuz gibt es eine Urkunde, auch der Blutspendedienst in München wird sich beizeiten für so viel Hilfe erkenntlich zeigen.
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© bitAuch Angers Bürgermeister Silvester Enzinger spendet gerne sein Blut.













