Seit 14. Januar 2013 läuft im Rahmen des Flussdialogs an der Unteren Salzach im Freilassinger Becken eine Online-Befragung der breiten Öffentlichkeit. Diese dauert bis zum 3. Februar, aber die rund 19.000 Haushalte in den Anliegergemeinden hatten in der ersten Woche der Befragung keine Möglichkeit sich daran zu beteiligen, da die Infopost zur Teilnahme die betreffenden Haushalte bis 18. Januar 2013 nicht erreichte. Die dafür benötigten Gebietscodes wurden nach Ansicht der Jungen Union Berchtesgadener Land zu spät versandt. Somit wird der Beteiligungszeitraum auf nur noch zwei Wochen verkürzt.
JU kritisiert die Umsetzung der Befragung
"Zum einen wird der Befragungszeitraum ohne Angabe von Gründen um eine Woche verkürzt und zum anderen gebe es in den Anliegergemeinden einige Bürgerinnen und Bürger, die keinen Zugang zum Internet haben und sich somit nicht beteiligen können", erklärt JU-Kreisvorsitzender Maximilian Lederer, der den verspäteten Versand als "unprofessionell" bezeichnet.
Termine sind: Freitag, 25. Januar von 15.00 Uhr bis 18.00 Uhr, Sonntag, 27. Januar von 15.00 Uhr bis 18.00 Uhr und Samstag, 2. Februar von 10.00 Uhr bis 15.00 Uhr, jeweils im Saal des Gasthaus Lederer in Surheim statt.
Das Ziel dieser Online-Befragung ist eine positive Entwicklung an der Unteren Salzach, um eine ökologische Rehabilitierung des Flusses und des Auwaldes zu erreichen, berichtet Tobias Starnecker. Zur Zielerreichung und Vermeidung eines drohenden Sohldurchbruchs gibt es zwei unterschiedliche Ansätze - zum einen eine Renaturierung mit Rampen, wie sie von den Naturschutzverbänden vorgeschlagen wird, und zum anderen eine Wasserkraftlösung, welche den Erhalt des bestehenden Auwalds mit einer energetischen Nutzung garantieren würde und von den Anliegergemeinden befürwortet wird. "Die Frage, welcher der beiden Ansätze zur Flusssanierung herangezogen werden soll, kann jeder Bürger entscheiden", führt Maximilian Lederer aus und entgegnet den Naturschutzverbänden, die immer behaupten, die Fragen der Salzachsanierung seien zu komplex für den Bürger. Der Bürger wisse mittlerweile genau, worum es bei der Salzachsanierung gehe und weshalb diese anstehe, so Lederer.
JU sieht Wasserkraft an der Salzach positiv
Die Junge Union verweist darauf, dass im Zuge einer Renaturierung die bestehenden Uferverbauungen für sogenannte "weiche Ufern" entfernt werden und sich die Salzach in die bestehende Weichholzaue "hineinfrisst". Mehr als 50 Hektar Auwald werden dadurch unwiederbringlich vernichtet, erläuterte Simon Seyfferth und verweist auf Pläne zur Salzachsanierung durch Renaturierung. Mit den betroffenen Auwaldeigentümern ist bis heute noch keine Einigung über mögliche Entschädigungen getroffen worden. Diese Tatsache bedauert die Junge Union, denn neben der Enteignung von Land- und Forstwirten wird auch das bestehende Ökosystem in der Salzachau bei einer Renaturierung enorm beeinträchtigt. "In diesem Zusammenhang ist das Wort Renaturierung ein Euphemismus, welcher einen unangenehmen Vorgang angenehm ausdrückt", meint Simon Seyfferth.
Nach Ansicht der Jungen Union sprechen mehr ökologische Fakten für eine Wasserkraftnutzung an der Salzach als dagegen. Zu diesen positiven ökologischen Aspekten gehören die Revitalisierung der Nebengewässer und der Erhalt der bestehenden Weichholzaue. "Alleine diese beiden Aspekte könnten im Zusammenspiel eines der ökologisch wertvollsten Gebiete in ganz Europa ergeben, und das durch eine Wasserkraftlösung", sind sich die drei JU-Vorsitzenden sicher.
Pressemitteilung Junge Union Berchtesgadener Land















