Im Gespräch berichtet er über nicht vorhandene Nachwuchssorgen, stetig steigende Mitgliederzahlen in der Deutschen Gilde und beantwortet die Frage, ob er auf Glossners Berchtesgadener „Arbeitsplatz“ Neid empfindet.
Sie sind Gildemeister der "Deutschen Gilde der Nachtwächter, Türmer und Figuren e. V."? Für was stehen Sie, welche Interessen vertreten Sie?
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Sie sind selbst Nachtwächter im nordrhein-westfälischen Rees. Erzählen Sie d och mal...
Ist das Nachtwächter-Dasein noch aktuell? Warum ist es wichtig, dass Ihre Zunft erhalten bleibt?
Wellmann: Wir sind in der Gilde vereint. Die Zunft ist eine Gemeinschaft auf europäischer Ebene, wir sind bundesweit aktiv. Nachtwächter- und Kostümführungen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. So auch in Rees oder in Berchtesgaden, wo Anna Glosser seit 10 Jahren der Nachtwächterei alle Ehre macht. Die Tradition zu erhalten bedeutet nicht die Bewahrung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers.
Wie schaut es in Sachen "Nachwuchs" aus? Wer kommt als Nachtwächter in Frage?
Wellmann: Nachtwächter sind in der Regel Stadtführer mit fundierten Ortskenntnissen. Dabei ist es uns gleich, ob Wächter oder Wächterin. Die Ernsthaftigkeit und die Verbundenheit zu dieser Aufgabe zählen. Im Osten gibt es einige Orte, die Jugendliche an die Nachtwächterei heranführen. Dennoch mache ich mir über Nachwuchs keine Sorgen. Es wird immer Menschen geben, die diese Aufgabe reizt. Wir haben auch recht junge Mitglieder in unseren Reihen.
Berchtesgaden ist ein schönes Plätzchen: Sind Sie Anna Glossner um Ihren Arbeitsplatz neidisch?
Wellmann: Berchtesgaden ist ein sehr schöner Ort mit viel Historie, der wunderbar in die Bergwelt eingebettet liegt. Rees kann man nicht mit Berchtesgaden vergleichen, aber als älteste Stadt am Niederrhein hat auch mein Heimatort viel zu bieten. Überhaupt habe ich bei meinen Reisen festgestellt, dass wir ein wunderbares Land mit viel bemerkenswerter Vergangenheit haben. Allerorts finden sich Schlösser, Bauwerke, Burgen, alte Städte und wunderbare Landschaften und Menschen. Wir alle können stolz auf unser Deutschland sein.
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