„Heute geht es ausschließlich um Euch, deshalb sitzt Ihr in der ersten Reihe“ – so begrüßte Schulleiterin Annette Ritter die 68 Mittelschulabsolventen der Regelklassen und M-Klassen, die in einer feierlichen Stunde in der Mittelschul-Aula ihre Zeugnisse überreicht bekamen. Vier Schüler und Schülerinnen erreichten ihren Abschluss mit einer eins vor dem Komma. „Ihr habt bei uns Spuren hinterlassen“, so Ritter. Für die meisten geht es ab September in das Arbeitsleben. Davor sei aber ausreichen „Zeit zum Feiern“. Den musikalischen Rahmen lieferten Mittelschüler mit Gesang und Instrumenten.
Auf einem Bein stehen kann jeder. Doch die meisten nicht allzu lange. Also orientierte sich Annette Ritter an jenen, die sportlich fit sind. Und sagte, dass ihre Rede nicht länger dauern solle als man selbst auf einem Bein stehen könne. „Ihr habt viele Jahre die Schulbank gedrückt – und wart schließlich erfolgreich“. Der Schulstress sei zunächst vorbei, das „erste Ziel auf dem Lebensweg erreicht“. Ritter betonte, dass es gleichgültig sei, ob der Weg zum Abschluss immerzu von Erfolg geprägt oder mit Hindernissen verbunden war. „Jetzt dürft Ihr feiern und könnt Euch endlich erholen“. Dem Gros der Schüler attestierte sie eine gute Vorbereitung auf die Abschlussprüfungen. „Nun ist Zeit für Hobbies und Freunde“. Unbeschwerte Wochen folgen. „Genießt sie, in dieser Form werdet Ihr sie nie wieder haben“. Dass so mancher Schüler und so manche Schülerin Spuren hinterlassen hätten, sei in vielen Bereichen des Schullebens spürbar. Etwa in der Pausenhalle, aber auch in der Schulbücherei, die von Schülern renoviert wurde.
Zum Abschluss gab Ritter den ehemaligen Mittelschülern noch folgendes Antoine de Saint-Exupéry-Zitat mit auf den Weg, an dem man sich orientieren könne: „Geht nicht nur die glatten Straßen. Geht Wege, die noch niemand ging, damit Ihr Spuren hinterlasst und nicht nur Staub.“ Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp sprach seinen Respekt zum erfolgreichen Abschluss aus. Für die Zukunft hoffe er, dass man respektvoll mit sich selbst, aber auch mit seinen Mitmenschen umgehe. Offenheit sei ein wichtiges Schlagwort, das man beherzigen solle, um weiterzukommen. „Geht raus in die Welt, schaut Euch Neues an und macht das, was Ihr macht, mit Leidenschaft“. Das zu finden, was man gerne tut, sei der Weg zum Glück.
Schülersprecherin Marie Haslinger fand in knapper Sprache die passenden Worte: „Jetzt ist es vorbei“. Dank richtete sie an jene, die „Mühe und Anstrengung“ hatten. Eine Entschuldigung schickte sie in Richtung der Eltern: „Auch wenn wir anstatt einer 2 eine 5 nach Hause brachten, war das keine Absicht“. Ihre Ansprache beendete sie mit dem Rosaroter Panther-Zitat: „Heute ist nicht alle Tage, wir werden uns wiedersehen, keine Frage“. Keine „Dankesworte“ sprach Elternbeirat-Vertreter Rüdiger Wienecke. „Schön, dass es Euch gibt“, sagte er in Richtung derer, die zum Abschluss in irgendeiner Form beigetragen hatten. „Ihr geht jetzt in die Welt hinaus“, stellte Wienecke fest. Die Annahme, dass der Abschluss machbar sei, habe sich bestätigt. Das Zeugnis nun in Händen zu halten, sei ungemein viel wert. Ein „Kann-ich-nicht“ gebe es nicht. Wer das bedenke, werde im Leben alles erreichen, was er sich vorgenommen habe. „Viel Glück auf Eurem weiteren Lebensweg“.
Geehrt wurden im Folgenden die vier Besten, die jeweils mit einer eins vor dem Komma abschlossen: Maria Grottner (1,1; 10M), Thomas Ebner (1,89; 10M), Lorenz Hofreiter (1,5; 9aM) und Alexander Kos (1,94, 9d). Gemeinsam mit den Ausgezeichneten erhielten die Schüler von Bürgermeister Rasp einen Gutschein für ein Vier-Gänge-Menü im Interconti Berchtesgaden zusammen mit den fünf Talkessel-Bürgermeistern. Den Sonderpreis der Schule erhielt Thomas Ebner, der einen schweren Unfall hatte: „Viele Monate war nicht klar, ob er sein Bein behalten kann“, so Annette Ritter. Den Sonderpreis bekomme er, weil er „sein Schicksal vorbildlich angenommen hat“. Als Geschenk überreichte ihm die Schulleiterin einen Gutschein für zwei Personen für ein Bundesligaspiel des FC Bayern München.
Nachdem jedem Schüler das Abschlusszeugnis überreicht wurde, verabschiedete Konrektor Johannes Kumeth die Festgesellschaft zum gemütlichen Teil. In weniger als drei Minuten wollte er fertig sein. Das klappte zwar nicht ganz so wie vorgestellt, „Danke“ sagte er aber trotzdem – klassisch international in verschiedenen Sprachen.
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