Brudermord: Winzer wandert ins Gefängnis

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Zu einer Haftstrafe wurde der Winzer verurteilt

Würzburg - Ein fränkischer Winzer, der seinen Bruder erschlagen und dessen Leiche in einem Weintank versteckt hat, ist zu einer Haftstrafe von zehn Jahren und sechs Monaten verurteilt worden.

Die Strafkammer des Landgerichts Würzburgs sprach den 55 Jahre alten Mann aus Dettelbach (Landkreis Kitzingen) am Dienstag des Totschlags schuldig. Nachdem sich der Angeklagte während des Prozesses zunächst in Schweigen hüllte, gestand er kurz vor Prozessende die brutale Tat. Er hatte seinen älteren Bruder erschlagen und die Leiche anschließend in einem Weintank versteckt.

Wie Kain und Abel

Sie waren wie „Kain und Abel“, beschrieb es ein Zeuge vor Gericht. Während in der biblischen Erzählung jedoch Neid der Antrieb für den Brudermord war, tötete der Winzer im Wutrausch - gesteuert wohl von Vergeltung und Existenzangst. Der ältere Bruder provozierte den Jüngeren oft. Nicht nur mit seiner Faulheit und seiner Sauferei.

Der zur Tatzeit 58 Jahre alte Mann beschimpfte den fleißigeren Bruder auch als Versager, der keine Frau glücklich machen kann. Wenige Tage vor der tödlichen Bluttat eskalierte der Streit. Es ging um den Hof. Den werde er bald verlieren, kündigte der 58-Jährige hämisch an.

Der Angeklagte ging daraufhin stocksauer mit einem Knüppel auf seinen Bruder los, schlug ihm auf die Beine. „Wenn du deswegen zur Polizei gehst, bringe ich dich um“, soll er gesagt haben. Der Geprügelte ging zur Polizei, erstattet Anzeige. Wenige Tage später ist er tot.

Sein Bruder habe ihn verhöhnt und ausgelacht, da sei ihm „der Kragen geplatzt“, sagte der Angeklagte. Die Leiche habe er jedoch nicht versteckt, um die Tat zu vertuschen.  Das 58 Jahre alte Opfer war Ende Januar 2011 zunächst als vermisst gemeldet worden. Wenig später fand die Polizei im Wohnhaus des Mannes Spuren, die auf ein Gewaltverbrechen hindeuteten und kurz darauf auch die Leiche in einem Weißweintank auf dem Hof des Angeklagten.

Haftstrafe: Zehn Jahre und sechs Monate

„Es soll hier keine Schwarz-Weiß-Malerei betrieben werden. Der Angeklagte war vor der Tat weiß Gott kein Unschuldslamm“, sagt der Vorsitzende Richter Lothar Schmitt bei der Urteilsverkündung. In der Vergangenheit schlug auch der 55-Jährige, der zweimal verheiratet war, seine Frauen - er gilt als cholerisch. „Aber es liegt auf der Hand, dass die über Jahre andauernden Kränkungen für den Angeklagten schwierig waren und es schwer war, sie zu beherrschen.“ Das Landgericht Würzburg verurteilte ihn wegen Totschlags und gefährlicher Körperverletzung zu einer Haftstrafe von zehn Jahren und sechs Monaten.

dpa

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