Firma Strasser kämpft um Tavus Qurban

"Keine Abschiebung für integrierten Flüchtlingskollegen!"

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Strasser Belegschaft auf einer Baustelle in München: "Keine Abschiebung für integrierten Flüchtlingskollegen!"

Winhöring/München - "Keine Abschiebung für integrierten Flüchtlingskollegen! - Tavus Qurban wir stehen hinter Dir!" steht auf dem Transparent auf einer Strasser-Baustelle in München.

Update 13.30 Uhr:

Auf allen Baustellen "streikte" Strasse in Solidarität für den Mitarbeiter und Kollegen Tavus Qurban

Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, hat offenbar der Wahlkreisabgeordnete im Deutschen Bundestag Stephan Mayer (CSU) in einem Brief an das Landratsamt Altötting zur Sache Stellung bezogen. Stephan Mayer wird im BR Nachrichtenportal zitiert mit: "Ich habe darauf hingewiesen, dass es doch allemal besser sei, wenn dieser offensichtlich sehr engagierte Mann weiter arbeiten kann."

Erstmeldung

Rund 120 Kollegen von Tavus Qurban mitsamt der Firmenleitung seien es insgesamt gewesen, die zum großen Fototermin auf eine Baustelle der Firma Strasser in München zusammengekommen sind, so Simone Schedl, Sprecherin der Bauunternehmung GmbH aus Winhöring am frühen Freitagmittag telefonisch gegenüber innsalzach24.de. Wie von der Firmenleitung angekündigt, legte „Strasser“ einen Baustopp ein. Ab 10 Uhr ging nichts mehr, auf allen Baustellen, auch auf denen im Landkreis Altötting nicht.

Stellungnahme Strasser

Auch dort ist das Schicksal von Tavus Qurban Gesprächsthema. Auch die sechsköpfige Mannschaft auf einer kleinen Baustelle nicht weit vom Firmensitz kann nicht verstehen, was ihrem Kollegen gerade blüht und hat um 10 Uhr die Arbeiten eingestellt. Freilich: Sie werden für den frühen Feierabend am Freitag bezahlt. Das hat Geschäftsführer Stefan Birnbacher gegenüber innsalzach24.de betont: „Es ist mir egal, was es kostet“. Er ringe um jeden guten Mitarbeiter, egal welcher Herkunft. Die Baubranche sei nicht mehr beliebt als Arbeitsplatz. Tavus und ein weiterer Mitarbeiter mit Herkunft Afghanistan seien ihm vermittelt worden. 

Die Ungewissheit, Asylbewerber mit Arbeitserlaubnis nicht im Mitarbeiterstamm halten zu können, sei kontraproduktiv zu dem, was als „Integration“ von der Politik proklamiert werde, so Birnbacher. „Wir Unternehmer leisten einen wichtigen Beitrag dazu“, sagt er. Von den genauen Vorgängen in punkto „Passproblem“ von Tavus Qurban wisse er erst jetzt. Warum auch sollte er anfangs mehr wissen wollen. „Er ist ein guter Mann. Ich brauche solche Mitarbeiter im Betrieb“.

Stellungnahme Landratsamt Altötting

Im vorliegenden Fall wurde der Asylantrag vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) abgelehnt und der Betroffene aufgefordert, die Bundesrepublik Deutschland zu verlassen. Dieser Ablehnungsbescheid ist mittlerweile bestandskräftig. Der Betroffene ist im Besitz einer Duldung (Aussetzung der Abschiebung gem. § 60a Abs. 2 Satz 1 AufenthG), da eine Abschiebung aus tatsächlichen Gründen (fehlender Pass) nicht möglich ist

Nach den Bestimmungen des Asylgesetzes (AsylG) ist der Betroffene insbesondere verpflichtet , „im Falle des Nichtbesitzes eines gültigen Passes oder Passersatzes an der Beschaffung eines Identitätspapiers mitzuwirken.“ Trotz mehrmaliger Aufforderungen durch die Ausländerbehörde ist der Betroffene dieser Mitwirkungspflicht nicht nachgekommen

Letztmalig wurde er mit Schreiben vom 12.09.2016 (Frist: 26.09.2016) aufgefordert, sich beim afghanischen Konsulat einen Pass zu beschaffen und diesen vorzulegen. Dies ist bis zum heutigen Tag nicht geschehen. Aus diesem Grund (fehlende Mitwirkung bei der Passbeschaffung) ist gesetzlich zwingend vorgeschrieben , dass die Erwerbstätigkeit verboten werden muss. Wir können die Bemühungen der Firma Strasser, um eine Verlängerung der Arbeitserlaubnis des Betroffenen zu erreichen, sehr wohl nachvollziehen, weisen jedoch auch darauf hin, dass die Ausländerbehörde in diesem Fall keinerlei Ermessensspielraum hat.

Quelle: innsalzach24.de

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