Ude: Komasaufen gab's früher auch schon

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Christian Ude blickt mit Vorfreude auf die Jubiläumswiesn

München - Gespannt wartet die Stadt auf das 200. Oktoberfest. Zapfmeister OB Christian Ude erwartet sich viel von der Jubiläumswiesn - darunter auch die ein oder andere Entgleisung.

Die Vorbereitungen für das Oktoberfest 2010 laufen auf Hochtouren. Das größte Volksfest der Welt wird heuer 200 Jahre alt. Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) wird das Fest mit dem traditionellen Anzapfen des ersten Fasses am 18. September eröffnen.

Soll das Jubiläum noch mehr Gäste auf die Wiesn bringen?

Ude: Es geht nicht darum, neue Besucherströme anzuziehen. Das Oktoberfest ist weltweit so bekannt, dass sich die Bekanntheit kaum noch steigern lässt. Es geht darum, ein unglaubliches Jubiläum zu feiern: Wo gibt es schon Volksfeste, die überhaupt 200 Jahre erleben - und dann in solcher Blüte stehen? Wir nutzen die Gelegenheit, die historischen Hintergründe und Entwicklungen bekanntzumachen.

Ude: "Schreckliche Landhausmode"

Jeder kommt in Dirndl und Lederhose auf das Oktoberfest - auch sogenannte Zugereiste, Nicht-Bayern und Ausländer. Entspricht das denn noch der Tradition?

Ude: Früher ging man in den schlampigsten Klamotten auf die Wiesn. Heute ziehen sich die Leute richtig festlich an - was bei einem Theaterabend nur noch die wenigsten machen. Das zeigt, dass die Besucher sich nicht nur einfach betrinken, sondern an der Inszenierung mitwirken wollen. Dass da auch ein Schleswig-Holsteiner in Tracht kommt: Was ist dagegen einzuwenden? Man sieht zwar oft nicht astrein traditionelle Trachten - aber Gott sei Dank immer seltener die schreckliche Landhausmode.

Wenn man hinter die Bierzelte schaut, sieht es da gar nicht so schön aus, unter anderem schlafen Betrunkene dort ihren Rausch aus. Ist die Wiesn nicht sogar ein Schandfleck für die Stadt?

Ude: Die Wiesn hat auch ihre Schattenseiten. Es wäre albern, das zu leugnen. Es gibt keine Hochzeit und kein Fußballspiel, bei dem nicht hinterher auch Müll zu sehen ist. Sie können bei jeder Großveranstaltung feststellen, dass es Menschen gibt, die ausrasten. Und bei einem Bierfest, dass eben nicht jeder richtig Maß hält, sondern eine Maß nach der anderen bestellt. Es hat übrigens auch früher schon das gegeben, was wir heute als Komasaufen bezeichnen. Und die Zahl der Opfer, die bei Maßkrugwerfereien oder Schlägereien zu Schaden kamen, war damals sogar noch höher.

Wie viele Schläge brauchen Sie beim Anzapfen dieses Jahr?

Ude: Ich werde mich nicht mit Ankündigungen unter Leistungsdruck setzen. Und es soll ja eine traditionsgemäße Eröffnung werden. Seinerzeit waren drei Schläge schon ein Rekord - und zwei Schläge die Steigerung.

dpa

Quelle: Oktoberfest live

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