Stundentakt erst in zwei Jahren

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So schnell wird das nichts mit dem Stundentakt nach München, frühestens im Dezember 2014 könnte der kommen. Besser sieht es mit der Aufnahme ins MVV-Gebiet aus, was nächsten Dezember passieren könnte.

Wasserburg - Der für Ende 2013 geplante Stundentakt auf der Bahnstrecke Wasserburg - München verzögert sich deutlich. Es gibt Probleme mit veralteter Technik und einen Rechtsstreit:

Der für Dezember 2013 geplante Stundentakt des Filzenexpresses zwischen Wasserburg und München verschiebt sich mindestens um ein Jahr. Mit dieser Nachricht hat die Südostbayernbahn (SOB) die konkreten Hoffnungen vieler Pendler auf eine regelmäßige Verbindung in die Landeshauptstadt vorerst zunichte gemacht. Veraltete Technik und ein Rechtsstreit verzögern die erforderlichen Baumaßnahmen.

Wasserburg - Während sich auch die Bürgermeister aus den entlang der Strecke liegenden Orten enttäuscht zeigen, wehrt sich ein anderes Bahnunternehmen entschieden gegen Schuldvorwürfe. Im Zusammenhang mit dessen Bewerbung für das Befahren der aktuell nicht nutzbaren Altstadtstrecke war es jüngst sogar zu einer Klage gekommen.

"Wir haben alles versucht, aber der Stundentakt kann trotzdem erst frühestens im Dezember 2014 realisiert werden", muss Christian Kubasch von der SOB einräumen. Aufgrund eines Rechtsstreits sei der Zeitplan nicht mehr einzuhalten, da etwa die Bestellung der notwendigen technischen Anlagen eine lange Vorlaufzeit aufweise. Und auch das Erlangen von Baurecht für einen Kreuzungsbahnhof in Steinhöring sei in diesem Zusammenhang ins Stocken geraten. "Durch die in dieser Woche erreichte gütliche juristische Einigung der beiden Seiten wird nun zumindest eine noch längere Blockade verhindert."

Gegen die Anschuldigung, letztlich verantwortlich für die Verschiebung des Stundentakts zu sein, erhebt Andreas Braun Einspruch. Für den Geschäftsführer der BayernBahn sitzen die Schuldigen im von ihm vor dem Verwaltungsgericht beklagten Eisenbahnbundesamt. Dieses hätte die Pläne seines Unternehmens, den Bahnhof in Forsting als Rangier- und Verladestelle für Güterverkehr auf der Schiene zu erhalten, schlichtweg ignoriert. Zusammen mit drei weiteren Partnern möchte die BayernBahn die seit einem Dammrutsch 1987 unterbrochene Strecke von Reitmehring bis hinein in die Altstadt wieder mit Personenzügen befahren. Gleichzeitig wird beabsichtigt, in Richtung München auch Güterzüge einzusetzen. "Jetzt müssen einmal mehr die Interessen der Fahrgäste leiden. Und im schlimmsten Falle fließen Fördergelder des Bundes durch das mögliche Verstreichen von Fristen eben in andere Bahnprojekte", betont Braun.

Von einer "Katastrophe" spricht Bürgermeister Michael Kölbl. "Uns bleibt jetzt nichts anderes übrig, als hart dran zu bleiben, damit es dann spätestens im Dezember 2014 mit dem Stundentakt klappt." Schließlich sei die entscheidende Initiative für eine Aufwertung der Bahnverbindung nach München in den vergangenen Jahren stets von Wasserburg ausgegangen. "Kommt der werktägliche Stundentakt zwischen 6 und 22 Uhr, rechne ich fest mit einem überdurchschnittlichen Anstieg der Fahrgastzahlen." Einen Wermutstropfen stelle aber die Interessenlage der Bewerber für die Altstadtbahn dar, welche zur jetzt eingetretenen Verzögerung beigetragen habe.

Immerhin zeigt sich Kölbl optimistisch, dass Wasserburg aller Voraussicht nach schon zum Fahrplanwechsel im Dezember 2013 neu in das MVV-Gebiet mitaufgenommen wird. Gespräche mit dem Landkreis Rosenheim, welcher sich finanziell daran beteiligen müsste, seien bislang äußerst positiv verlaufen. "Wirklich schade, aber leider nicht völlig überraschend", sieht Steinhörings Bürgermeister Alois Hofstetter die Verzögerung. "Gerade für unsere Gemeinde würde der Stundentakt ja eine enorme Aufwertung bedeuten. Aber da haben wir einfach zu wenig Einfluss."

Ein weiteres Problem für die baldige Realisierung des Stundentaktes erkennt Bernd Meerstein von der Wasserburger Pro Bahn-Gruppe in der veralteten Signaltechnik an der Strecke. Bis heute erfolge deren Steuerung zentral von Mühldorf aus. Hier seien zusätzlich eingerichtete Abschnitte mit einer Schaltstelle in Forsting erforderlich. "Nur dann können beispielsweise Züge in gewissem Abstand hintereinander fahren und die Taktverdichtung ermöglichen." Die ursprünglichen Pläne der SOB, den Forstinger Bahnhof abzuwerten und vorhandene Gleise entfernen zu lassen, hätten genau das Gegenteil hervorgerufen. "Wenn sich die Stadt der Instandsetzung der Altstadtstrecke angenommen hätte, wäre die Situation jetzt wesentlich besser."

Und da man sich nun in Zusammenarbeit mit der BayernBahn um eine Reaktivierung bemühe, gehöre es eben auch dazu, auf dem Abschnitt nach München neben dem Personen- bewusst auch Güterverkehr zu ermöglichen. "Wir meinen es wirklich ernst mit unseren Bestrebungen", betont der Vorsitzende von Pro Bahn Oberbayern, Norbert Moy. Seitens des Freistaates gebe es jedoch bis heute keinerlei erkennbaren Bestrebungen für einen Bahnverkehr bis hinein in die Altstadt. Daher sei private Initiative gefragt, um dem schrittweisen Rückbau der Strecken entgegenzuwirken.

Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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