Grafinger Jugendliche diskutieren in Wasserburg über Tat

Nach Messerattacke in Grafing: "Mulmiges Gefühl fährt mit"

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Wasserburg/Grafing - Dienstagmittag, 13 Uhr: Im Stadtgebiet von Wasserburg sind viele Schüler zu sehen. Ein Bus hält an der Haltestelle, Fahrtziel Grafing. Gut ein Dutzend junger Menschen kommt aus dem Ort, in dem am Dienstagmorgen eine Messerattacke ein Todesopfer gefordert hatte.

"Ich habe davon erst jetzt was mitbekommen, weil ich in der Früh von meiner Mutter zur Schule gebracht worden bin", erzählt Daniel. Der 17-Jährige aus Grafing fährt jetzt nach dem Unterricht mit dem Bus nach Grafing zurück und kennt den S-Bahnhof, an dem am Dienstagmorgen ein Mann getötet und weitere Menschen verletzt worden waren.

Er treffe sich oft mit seinen Kumpels am Bahnhof, fahre gelegentlich mit Zug oder S-Bahn von dort weg. "Jetzt nachdem man weiß, dass dort so was Schlimmes passiert ist, fährt man sicher mit einem mulmigen Gefühl von dort weg", glaubt der Schüler. Ob der Busfahrer direkt dort halten werde oder etwas weiter weg, weiß er nicht genau. "Ich will das gar nicht so nah sehen, wenn hier noch viel Polizei vor Ort ist", so Daniel.

Auch seine Mitschülerin Jana wartet an dem Bahnhof in Grafing oft auf die S-Bahn und verbringt Zeit dort. "Ich hab jetzt zwar keine Angst, weil es in Grafing passiert ist, denn das kann ja überall sein, aber mir tut es um den Toten und die Verletzten sehr Leid", heißt es von der bald 17-Jährigen.

Weitere FOS-Schüler aus der Gegend um Grafing zeigen sich ebenfalls betroffen. Eine Jugendliche sagt, dass sie sich dort jetzt nicht mehr sicher fühlen werde in den nächsten Tagen. "Das ist einfach so traurig und erschreckend, jetzt merkt man erst, dass so etwas immer und überall passieren könnte", findet die Teenagerin. Nach dem Unterricht habe sie über Facebook Details zu dem Vorfall erfahren, in der Früh sei sie quasi mit nur der ersten Info, dass etwas Schlimmes passiert sei, in den Unterricht gegangen. "Es hat uns alle sehr bewegt", erzählt die Schülerin. Das Stadtoberhaupt aus Wasserburg, Michael Kölbl zeigte sich betroffen und wünscht den Angehörigen des Todesopfers aus Wasserburg viel Kraft. Kölbl wird am Mittwoch am Gedenkgottesdienst in Grafing teilnehmen.

Quelle: wasserburg24.de

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