Achtung: Zeckenalarm!

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Traunstein - Der lange Winter ist zum Glück vorbei - jetzt lauert aber eine neue Gefahr: Mit den steigenden Temperaturen werden auch die Zecken wieder aktiv. Was das Gesundheitsamt rät:

Der lange und schwere Winter ist Gott sei Dank vorbei, es wird endlich Frühjahr. Bei der verständlichen Freude darüber sollte man jedoch nicht vergessen, dass mit steigenden Temperaturen die Zecken aktiv werden und damit die Gefahr steigt, bei Aufenthalten im Freien von ihnen gebissen zu werden. Besonders gefährdet sind Personen, die sich beruflich oder in ihrer Freizeit häufig in freier Natur aufhalten. Die bisherige Annahme, dass Hö­hen­lagen über 1000 m auf Grund der dort vorherrschenden Temperaturschwankungen zecken­frei wären, sind nach Meinung des Leiters des Gesundheitsamtes Traunstein, Dr. Franz Heigenhauser, nicht mehr aufrecht zu erhalten. Dem Gesundheitsamt wurden im letzten Sommer Zeckenbisse aus Höhen von 1800 m gemeldet.

In unseren Breiten werden von Zecken zwei Krankheiten übertragen: Die Borreliose sowie die FSME-Infektion (Gehirnhautentzündung). Die Borreliose kann unbehandelt schwerste Herz-, Nerven-, Haut- und Gelenkserkrankungen verursachen, die FSME kann zu einer lebensbedrohlichen Entzündung des Gehirns bzw. der Gehirnhäute führen. Gegen die FSME gibt es eine Impfung, jedoch keine Therapie, bei der Borreliose ist es genau umgekehrt: Es gibt keine Impfung, jedoch eine wirksame Therapie mit Antibiotika.

Entdeckt man an seinem Körper Zecken, so sollten diese umgehend entfernt werden. Da zwischen Zeckenbiss und Erregerübertragung bis zu 24 Stunden vergehen können, ist eine gezielte Zeckensuche nach Aufenthalten im Freien durchaus sinnvoll. Hat man eine Zecke entdeckt, so sollte sie umgehend durch geraden Zug, so hautnah wie möglich, entfernt werden. Ein Quetschen oder Zerdrücken der Zecke sollte unbedingt vermieden werden, damit kein infektiöser Speichelinhalt in die Saugwunde gelangt. Nach jedem Zeckenbiss sollte die Einstichstelle sorgfältig beobachtet werden. Die sogenannte Wanderröte, eine schmerzlose, sich kreisförmig ausbreitende Hautrötung um die Einstichstelle ist ein Früh­symptom für die Borreliose. Sie kann bis zu sechs Wochen nach dem Zeckenbiss auftreten und sehr diskret sein. Im Zweifelsfall sollte man immer den Hausarzt aufsuchen.

Da FSME-Fälle aus immer mehr bayerischen Landkreisen gemeldet werden, ist die Ein­teilung in FSME-Risikogebiete bzw. FSME-freie Gebiete nicht mehr sinnvoll. Realisti­scher­weise muss man davon ausgehen, dass man sich in ganz Bayern infizieren kann. Eine ähnliche Entwicklung ist auch in anderen Bundesländern feststellbar. Für die Borreliose gilt ähnliches: Ganz Deutschland und die umliegenden Länder sind Risikogebiete, man sollte sich in keiner falschen Sicherheit wiegen. Im Landkreis Traunstein wurden 2012 dem Ge­sundheitsamt acht FSME-Fälle gemeldet. Eine gewisse Häufung ist im nordöstlichen Land­kreis feststellbar. Seit 1. März 2013 besteht eine Meldepflicht für die Borreliose.

Gesundheitsamt Traunstein

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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