Yvonne! Sexy Ernst wartet auf dich!

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Ernst wartet in seiner Liebeshöhle.

Zangberg - Romantisches Happy-End für die scheue Kuh Yvonne? Ex-Zuchtstier und mittlerweile-Ochse Ernst soll nun die ausgebüxte Kuh retten - Ernst wartet seit gestern.

Der zehnjährige Galloway-Stier traf gestern Mittag in Zangberg im Kreis Mühldorf ein und wurde auf eine Koppel gebracht. Nun hoffen die Helfer vom Tiergnadenhof Gut Aiderbichl, dass Ernst die freiheitsliebende Yvonne anlocken kann. Dann soll die Kuh eingefangen werden – bevor sie doch noch aus Sicherheitsgründen erschossen wird.

Zwar sei der frühere Zuchtstier kastriert, deshalb heute Ochse, erklärte Aufhauser. „Zu einem Liebesverhältnis kann es trotzdem kommen – aber es gibt eben kein Resultat.“

Für ein Tête-à-Tête der beiden haben die Aiderbichler eigens unter einem roten Zeltdach einen trockenen Lagerplatz mit frischem Stroh eingerichtet. Ernst bleibt dabei allerdings durch einen Zaun von der Freiheit getrennt – schließlich soll er nicht mit Yvonne im Wald verschwinden. Die Kuh soll wie Ernst auf dem Aiderbichl-Hof in Deg­gendorf ein neues Zuhause bekommen.

Ankunft von Ochse Ernst in Zangberg

Klappt es nicht mit der Affäre, hat Aufhauser einen weiteren Trumpf im Ärmel. Ein Spezialist soll kommen. Einer, der bislang noch jedes Tier gefangen hat.

„Wir und Kuh Yvonne“: Das sagen die Beteiligten:

Ernst soll endlich Ernst machen

Normalerweise sitze ich ja in der Zahnarztpraxis meines Mannes – und mache das Management, aber Kuh Yvonne lässt mir einfach keine Ruhe. Statt die Teamsitzung vorzubereiten, bin ich jetzt hier, hab das Stroh für Ernst, den Stier, hergerichtet, frisches Wasser und Gras gebracht und hoffe nun, dass der Einsatz etwas bringt. Ernst soll quasi Ernst machen! Meine Leidenschaft für die entlaufene Kuh ist ungebrochen. Ich finde es einfach bewundernswert, dass sie den Weg in die Freiheit gewählt hat.

Sieglinde Einmayer, 48, Tierschützerin, Neumarkt St. Veit

Aufmerksamkeit für Tierart

Ich freue mich, dass unsere Kuh Yvonne so viel Aufmerksamkeit bekommt. Zum einen, weil wir so einem individuellen Tier helfen können. Und zum anderen, weil wir dadurch die Chance bekommen, über eine Tierart zu sprechen, die sonst nur sehr wenig Wertschätzung innerhalb der Gesellschaft erfährt. Yvonne hat eine harte Zeit hinter sich. In ihren sechs Lebensjahren war sie oft angekettet, hat ihr Kalb nicht aufziehen und im Sommer nicht draußen sein dürfen. Wenn’s mit Ernst jetzt nicht klappt, haben wir noch einiges in petto. Aufgeben tun wir nicht.

Aiderbichl-Chef Michael Aufhauser

Die Jagd nach Kuh Yvonne

Es ist eine lustige Sommer-Geschichte

Am Anfang war ich gar nicht von der Geschichte begeistert. Ich dachte wirklich, das ist so ein typischer Sommerloch-Füller. Doch mit der Zeit hat sich herauskristallisiert: Eigentlich ist das eine wirklich nette, lustige Geschichte. Hier in Zangberg macht’s Spaß – und wir als Journalisten finden es vor allem amüsant, was für Mittel es braucht, um eine Kuh einzufangen. Die Kuh ist einfach zu raffiniert. Kein Wunder, dass sie innerhalb unserer Gesellschaft gewisse Sympathien hat.

Sven Hartmann, 30, Fernsehredakteur, München

Die Jagd nach Kuh Yvonne

Zu mir hat sie schon ein wenig Vertrauen

Seit 14 Tagen bin ich Kuh Yvonne auf der Spur. Aber einem Tier, das seit fast drei Monaten im Wald lebt, kommt man nicht so schnell nah. Ich streife viel allein im Wald umher, immer auf der Suche nach der scheuen Kuh. Aber ich glaube ja, dass sie zu mir schon etwas Vertrauen gewonnen hat. Letztens war ich ihr im Wald ganz nahe, sie hat mir 15 Sekunden lang in die Augen gesehen, total vertrauensvoll, und ist dann langsam weggegangen. Nur leider kann ich sie allein ja nicht einfangen. Dafür kennen wir jetzt ihre Schlaf- und Futterplätze.

Hans Wintersteller, 44, Aiderbichl-Gutsverwalter

Ich wär’ auch genervt von den vielen Menschen

Also das mit dem Stier Ernst, das ist wirklich ein Schmarrn. Ich glaub’ nie im Leben, dass die Kuh sich davon anlocken lässt. Die ist wahrscheinlich eh schon über alle Berge – und streift durch ganz andere Wälder. Und ehrlich? Mich tät’s auch nerven, wenn man mir dauernd hinterherlaufen tät. Wenn es früher auf dem Bauernhof gebrannt hat, haben wir auch alle Kühe raus und später wieder eingefangen. So schwer war das wirklich nicht. Aber die Kuh ist jetzt doch schon sehr wild.

Gerhard Hamburger, 66, Landwirt, Zangberg

Quelle: rosenheim24.de

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