Absturz des Milchpreises

Wie stark sind die regionalen Landwirte betroffen?

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Rosenheim - Nach dem dramatischen Absturz des Milchpreises unter 20 Cent pro Liter kämpfen einige Bauern um ihre Existenz. Zu den Folgen für die regionalen Landwirte äußerte sich nun der Rosenheimer Kreisobmann des bayerischen Bauernverbandes, Josef Bodmaier.

Josef Bodmaier, Rosenheimer Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands

Der Schock sitzt tief: Derzeit bekommen manche Landwirte weniger als 20 Cent  für einen Liter Milch. Nachdem Anfang Mai der Discounter Aldi Nord den Preis für einen Liter Vollmilch von 59 auf 46 Cent heruntergesetzt hat, sank der Abnahmepreis für Milch von norddeutschen Landwirten zum Teil auf bis zu 17 Cent. Wie stark dieser Preisverfall, verursacht durch ein anhaltenden Angebotsüberschuss auf dem globalen Milchmarkt, auch die regionalen Landwirte betrifft, hat nun der Kreisobmann des bayerischen Bauernverbandes Josef Bodmaier auf Anfrage von rosenheim24.de erklärt.

Obwohl der bayerische Durchschnittspreis für einen Liter Vollmilch mit 29/30 Cent aufgrund der hohen Qualitätsstandards ungefähr 7 Cent über dem bundesweiten liegt, reicht das nicht aus, um die Existenz der Landwirte zu sichern. Die Preisentwicklung macht auch den regionalen Landwirten stark zu schaffen. Der aktuell niedrige Milchpreis reiche nicht aus, damit die Landwirte sich und ihre Familien versorgen können, sagt Bodmaier. Die Bauern benötigten mindestens 40 Cent pro Liter, um kostendeckend wirtschaften zu können.

Laut dem Obmann würden die angeschlagenen Landwirte vor allem schnelle Unterstützung  benötigen. Bereits in der Politik debattierte Steuererleichterungen für Bauern würden erst langfristig wirken und den Landwirten aktuell kaum aus der Notlage heraushelfen. Jetzt gelte es vor allem, die bedürftigen Bauern mit günstigen Krediten oder staatlichen Zuschüssen zur landwirtschaftlichen Sozialversicherung zu versorgen, um deren Existenz zu sichern, so Bodmaier.

Auch den Vorschlag des Vorsitzenden des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM) Schaber, der vom Staat 30 Cent für jeden nicht produzierten Liter Milch gefordert hat, hält der Vertreter des bayerischen Bauernverbandes aufgrund des enormen Geldaufwands für unwahrscheinlich. Langfristig müsse die weltweite Milchproduktion heruntergefahren werden, um den Milchpreis dauerhaft auf einem fairen Niveau zu stabilisieren, fasst Bodmaier zusammen.

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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