Brüderstreit in Rosenheim eskaliert

Polizei findet Cannabispflanzen und Softairwaffe in Wohnung

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Rosenheim - Ein Großaufgebot fuhr die Polizei am Montagnachmittag in Rosenheim auf: Gerüchte um einen Schusswechsel machten die Runde. Dies bestätigte sich glücklicherweise nicht. 

UPDATE, 20.30: Pressemitteilung Polizei

Am Montag gingen gegen 14.30 Uhr Meldungen über einen lautstarken Streit von zwei Männern aus einer Wohnung in der Äußeren Münchener Straße in Rosenheim ein. Ein Fenster soll zu Bruch gegangen sein und ein Anrufer wollte sogar einen Schuss gehört haben.

Umgehend wurde mit mehreren Streifenwagen der Tatort angefahren. Ein 20-jähriger Mann kam mit einer Platzwunde am Hinterkopf den Polizeibeamten entgegen. Die Platzwunde dürfte er sich beim Aufschlag auf das Fenster zugezogen haben. Im Klinikum Rosenheim wurde die Platzwunde ärztlich versorgt.

Der Kontrahent, sein 26-jähriger Bruder, befand sich noch in der Wohnung. Er wurde vorläufig festgenommen und zur Dienststelle gebracht.

Es stellte sich heraus, dass die beiden Brüder einen lautstarken Streit hatten, der in Handgreiflichkeiten endete. Die genannte Waffe stellten sich letztendlich als Softair-Waffe dar. Ferner wurden noch Cannabis-Pflanzen in der Wohnung gefunden.

Der ältere der Brüder muss sich nun wegen Körperverletzung und Verstößen nach dem Betäubungsmittelgesetz verantworten.

Pressemitteilung Polizeiinspektion Rosenheim

UPDATE 18.40 Uhr: Streit unter Brüdern

Auf Nachfrage von rosenheim24.de teilte die Polizeiinspektion nun die Hintergründe des aufsehenerregenden Einsatzes mit. Alles begann mit einem Streit unter zwei Brüdern in einer Wohnung in der Äußeren Münchener Straße. 

Demnach schubste offenbar ein 26-Jähriger seinen jüngeren Bruder (20) gegen einen Fensterrahmen, so dass dieser sich eine Platzwunde am Hinterkopf zuzog. Verletzt verließ er die Wohnung und kam in diesem Zustand den Polizeibeamten entgegen. 

Diese brachten den jungen Mann zur Behandlung in eine Klinik. Sein älterer Bruder, der sich noch in der Wohnung befand, wurde vorläufig festgenommen. Bei der Durchsuchung der Wohnung fanden die Polizisten Cannabis-Pflanzen und eine Softair-Waffe. Zu prüfen ist nun, ob der Mann diese Waffe überhaupt besitzen durfte. 

Die Hintergründe des familiären Streits sind noch unklar. In der Tatwohnung lebt der 26-Jährige alleine, in einer Wohnung direkt daneben sein 20-jähriger Bruder mit den Eltern. 

Auch nach dem Polizeieinsatz setzte sich das Drama fort, denn der 26-Jährige äußerte in Polizeigewahrsam Suizidgedanken. Daraufhin wurde er in eine Fachklinik verbracht. 

Gerüchte um einen Schusswechsel kamen daher, weil ein Anwohner der Polizei einen Schuss mitteilte, den er glaubte gehört zu haben. Dies bestätigte sich nicht. Die Ermittler vermuten, dass der Ohrenzeuge irrtümlich das Klatschen des Kopfes gegen den Fensterrahmen als einen Schuss wahrnahm. 

Erstmeldung 16 Uhr: 

Am Montagnachmittag rückte die Polizei mit einem Großaufgebot in die Äußere Münchener Straße in Rosenheim an. Anwohner hatten einen Streit in einer Wohnung gemeldet. Dabei soll das Wort "Pistole" oder "Schusswaffe" gefallen sein.

Wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums gegenüber rosenheim24.de erklärte, deute nichts darauf hin, dass bei dem Streit eine Schusswaffe involviert war. "Wir können keine Schüsse bestätigen", so der Sprecher.

Die Polizei habe das Gebäude kurzzeitig umstellt, aus dem im Laufe des Einsatzes die zwei mutmaßlich streitenden Personen herausgekommen seien. Einer der Männer sei leicht verletzt, der andere vorsorglich in Polizeigewahrsam genommen worden. Die Kripo ist eingeschaltet.

Beide werden noch verhört, die Wohnung soll durchsucht werden. Die Äußere Münchener Straße war kurzzeitig gesperrt.

Quelle: rosenheim24.de

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Andreas Hundseder

Andreas Hundseder

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