Nach offenem Brief von Traunsteins Landrat Walch

Berthaler: "Dient das der Zusammenarbeit?"

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Die Landräte Berthaler (li.) und Walch am Chiemsee

Rosenheim - Es kommt wieder Bewegung in die Frage nach einem gemeinsamen Dachverband in Sachen Tourismus für die Landkreise Rosenheim und Traunstein. Jetzt äußerte sich Wolfgang Berthaler:

Rund ein halbes Jahr nach der geplatzten Fusion der beiden Tourismus-Verbände im Landkreis Rosenheim und Traunstein, kommt jetzt doch wieder Bewegung in die scheinbar festgefahrene Situation. Am Mittwochabend äußerte sich Traunsteins Landrat Siegfried Walch zur Sache. In einem offenen Schreiben bot er dem Landkreis Rosenheim an, eine gemeinsame Tourismus-Dachmarke zu schaffen. "Ich halte es für sinnvoll und für einen wichtigen Schritt, einen gemeinsamen, einheitlichen Auftritt für den Gast zu schaffen", so Walch in seinem Schreiben weiter.

Am Donnerstag äußerte sich Landrat Wolfgang Berthaler nun zu dem vermeintlich neuen Vorstoß: "Ich will jetzt kein Porzellan zerschlagen, aber das was da gestern vorgeschlagen wurde, ist schon seit einem viertel Jahr bekannt."

Weiter bemängelte Berthaler den Stil seines Landrats-Kollegen: Den Landkreis Rosenheim und damit auch ihn selbst in ein derartig schlechtes Licht zu rücken, ohne vor der Veröffentlichung des Schreibens persönlich Kontakt aufzunehmen, sei schlicht nicht zielführend: "Die Informationspolitik in Traunstein ist anders. Aber dient das der Zusammenarbeit?" Berthaler hielt sich in den vergangenen Tagen bei der Landräte-Tagung in Rothenburg auf, Walch nicht.

Was ist seit der geplatzten Fusion im März geschehen?

"Die Zusammenarbeit muss auf Augenhöhe geschehen. (...) Jetzt gilt es, die Wogen wieder zu glätten", so Berthaler im Rahmen der Pressekonferenz am Donnerstag im Landratsamt und verwies auf das eigentliche Problem. Eine touristische Einheit, rund um den Chiemsee und somit unter Beteiligung beider Landkreise, könne nur Vorteile für alle Beteiligten bringen und die Schlagkraft der einzelnen Gemeinden erhöhen, so Berthaler.

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Bereits Mitte Juli hatte Berthaler zu diesem Thema ein Schreiben der Vertreter von insgesamt 19 Gemeinden am Chiemsee und im Achen- und Priental erhalten. Darin forderten sie beide Landkreise unter anderem dazu auf, einen "gemeinschaftlichen Markenbildungsprozess einzuleiten und zielstrebig weiter zu entwickeln". Gezeichnet war der der Brief von Vertretern aus beiden Landkreisen.

Berthaler schrieb zurück: "Als Landrat stehe ich diesem Ansinnen sehr positiv gegenüber. Aufgrund der geführten Vorgespräche stellt der Chiemsee-Alpenland Tourismusverband gerne eine erfahrene, anerkannte Fachkraft aus der Chiemsee-Region zur Bewältigung dieser Aufgabe zur Verfügung. Ich bitte die Bürgermeister aus dem Landkreis Traunstein auf ihren Tourismusverband einzuwirken, dass dieser gleichlautend verfährt."

Gemeldet habe sich Landrat Siegfried Walch in dieser Sache seither nicht mehr, so Berthaler. Lediglich in einem Artikel des Trostberger Tagblatts habe sich Walch geäußert. Man müsse keine Signale aus Traunstein in Bezug auf die Chiemsee-Vermarktung senden, wird der Landrat dort zitiert.

Wie geht es weiter mit dem gemeinsamen Tourismus?

"Wir werden weiter an einer gemeinsamen Dachmarke festhalten", so Berthaler abschließend. Die betroffenen Gemeinden müssten sich jetzt zusammensetzen und einen gemeinsamen Weg finden. Der Landrat könne schließlich nur die Weichen dafür stellen, die Gemeinde-Bürgermeister sollten den Kurs vorgeben. Sein Ausblick: "Ich kann versprechen, dass wir am Jahresende Fakten haben werden." Hinter den Kulissen seien bereits Gespräche zur Einigung untereinander geführt worden, ein Konzept soll spätestens dann vorgestellt werden. "Wir sind in Sachen Tourismus gut aufgestellt, auf beiden Seiten des Sees", so die versöhnenden Worte. "Und ja, auch die Fusion bleibt im weitesten Sinne das Ziel."

Quelle: rosenheim24.de

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