Immobilienfirma bezieht Stellung

Bombe in Rosenheim: Menschen unnötig in Gefahr gebracht?

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Rosenheim - Am Montagvormittag wurde auf dem Grundstück der Kunstmühlstraße 2 in Rosenheim eine 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe aus dem zweiten Weltkrieg gefunden. Das sorgte für eine Menge Aufregung: Unter anderem mussten Straßen gesperrt und Häuser evakuiert werden. 

Bei der anschließenden Entschärfung fehlte dann nicht viel zur Katastrophe, da ein Baggerfahrer die Bombe mit seiner Schaufel angehoben und auf die Straße gelegt hatte, da er offensichtlich dachte, diese sei nicht mehr "scharf". Doch das aus München angerückte Sprengkommando stellte sehr wohl fest, dass es sich um eine "scharfe" Bombe mit 60 bis 70 Kilogramm Sprengstoff handelte. Laut einem Bericht des Oberbayerischen Volksblattes am Dienstag lag zwischen dem Zünder und der Berührung durch die Baggerschaufel lediglich ein Zentimeter!

Zudem hieß es in dem Bericht weiter, dass Ortskundigen das Vorhandensein der Bombe bekannt gewesen sein soll. Daraus könnte sich die Schlussfolgerung ergeben, warum dann Menschen in Gefahr gebracht wurden, wenn man sich des Gefahrenpotentials offenbar bereits vorher bewusst war.

Zu diesem Vorwurf hat sich nun die Firma Koller Immobilien GmbH & Co. KG aus Bad Endorf zu Wort gemeldet. Die Firma baut derzeit auf dem betroffenen 3500 Quadratmeter großen Grundstück eine moderne Wohnanlage. "Bei dem "Ortskundigen" handelte es sich um den früheren Bewohner des Gasthauses Koller, der 80 Jahre seines Lebens in dem Haus verbracht und somit den Einschlag der Bombe miterlebt hat", erklärte Geschäftsführer Klaus Mertens in einer Stellungnahme.

Die eingeschlagenen Bomben seien nach Kriegsende zunächst gesichtet worden. Dieser sog. "Ausbläser" auf dem Koller-Grundstück wurden von den Behörden damals als nicht gefährlich eingestuft und zur Befüllung freigegeben. Das sei das übliche Vorgehen in dieser Zeit gewesen.

Warum hat die Spezialfirma nichts gefunden?

Fahrlässigkeit will sich Mertens jedoch nicht vorwerfen lassen: "Selbstverständlich haben wir als heutiger Eigentümer des Grundstücks eine Kampfmitteluntersuchung im Vorfeld der Bauarbeiten durchführen lassen und explizit auf das Vorhandensein eines möglichen Bombenteils mehrmals hingewiesen. Diese Kampfmitteluntersuchung, die von einer dafür zugelassenen Spezialfirma aus München durchgeführt wurde, bestätigte uns, nach mehrtätiger Untersuchung, die Kampfmittelfreiheit des gesamten Grundstücks.  In dem von uns genannten Bereich, in dem das Bombenteil am Montag gefunden wurde, konnte bei der Untersuchung mittels Sonde und Bagger nichts festgestellt werden."

Ohne diese Kampfmittel-Freigabebestätigung hätte keine Baufirma mit Tiefbauarbeiten auf einem Grundstück begonnen, das in unmittelbarer Rosenheimer Bahnhofsnähe liegt, so Mertens weiter, der bedauert, dass es trotz "sehr vorsichtigem und gewissenhaften Vorgehen keine hundertprozentige Sicherheit gewährleistet" werden könne.

Bilder: Bomben-Entschärfung in Rosenheim

Mertens dankte jedoch ausdrücklich den vielen freiwilligen Helfern von Polizei, Feuerwehr, THW, BRK und Malteser sowie den Anwohnern, die sich sehr kooperativ und verständnisvoll gezeigt hätten. "Wir sind sehr erleichtert, dass die Bombe gefunden, geborgen und entschärft werden konnte und somit die Sicherheit auf unserem Grundstück wieder hergestellt ist. Besonders froh sind wir, dass im Vorfeld und während der Bergung und Entschärfung niemand verletzt oder zu Schaden gekommen ist."

mw

Quelle: rosenheim24.de

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