Die ersten 3,9 Kilometer der Westtangente

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Rosenheim – Der erste Spatenstich für die Westumgehung im Sommer wird ein historischer Augenblick für Rosenheim. Hier der Überblick über den ersten Bauabschnitt:

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Zwar wird es noch Jahre dauern, bis sich der Durchgangsverkehr nicht mehr durch die Stadt quält. Doch wird zumindest ein Anfang gemacht, um die Bürger der Stadt von Lärm und Abgasen zu entlasten. Der erste Bauabschnitt, mit dessen Bau Mitte des Jahres begonnen wird, ist rund 3,9 Kilometer lang und kostet etwa 20,3 Millionen Euro. Die Fertigstellung des ersten Bauabschnitts ist für 2015 vorgesehen. Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich nach heutigem Stand auf 74 Millionen Euro.

Dossier auf rosenheim24.de:

Seit September 2010 liegt für die Bundesstraße 15, Westtangente Rosenheim, vom Bundesverwaltungsgericht das abschließend bestätigte Baurecht vor. Bis Februar 2012 standen jedoch keine Haushaltsmittel zur Verfügung. „Das Staatliche Bauamt Rosenheim konnte daher nur Planungen vorantreiben, jedoch keine Baumittel ausgeben oder Grundstücke kaufen“, sagt Claus-Peter Olk, Leiter des Bereichs Straßenbau im Staatlichen Bauamt Rosenheim. Mit der Entscheidung des Haushaltsausschusses, zwei Millionen Euro freizugeben, stehen nun Gelder zur Verfügung. Die Baufreigabe für den ersten Bauabschnitt ist damit erfolgt.

Unmittelbar nach dieser Entscheidung wurde die Projektgruppe Westtangente im Bauamt ins Leben gerufen. Ihre Aufgabe ist es, den Bau der Westtangente schnellstmöglich voranzutreiben. In dieser Gruppe müssen alle Fachbereiche wie Grunderwerb, Naturschutz, Brückenbau und Straßenbau eng zusammenarbeiten, um wie bei einem Uhrwerk einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten.

Der erste Bauabschnitt beginnt mit einer neuen Anschlussstelle an die Autobahn A8 München- Salzburg. Die neue Einund Ausfahrt liegt für diejenigen, die aus Richtung München kommen, rund zwei zwei Kilometer vor dem Inntaldreieck. Diese Anschlussstelle wird von der Autobahndirektion Südbayern geplant und gebaut. Die B15 verläuft dann in nördlicher Richtung und kreuzt als erstes die Staatsstraße 2010 von Westerndorf nach Wasserwiesen. Diese wird über die neue B15 geführt und nicht angeschlossen. Im Kreuzungsbereich befindet sich die Transalpine Öl-Pipeline.

Im weiteren Verlauf kreuzt die Trasse das naturschutzfachlich sensible Tal der Kalten, welches bis zum Schluss Gegenstand der Klagen war. Die Kalten selber wird mit einer 80 Meter langen Brücke überspannt. Sie wird von der Trasse aus gebaut, da so sichergestellt ist, dass die wertvollen Flächen entlang der Kalten geschont werden. Wie auf der gesamten Trasse, aber insbesondere an diesem Punkt, wird die Baumaßnahme von einer ökologischen Bauleitung begleitet, die unter anderem sicherstellt, dass die Auflagen aus der Planfeststellung und dem Gerichtsverfahren eingehalten werden. Etwa 500 Meter nördlich der Kalten wird über den Feldweg, der Pösling und Schlipfham verbindet, eine Brücke gebaut. Weitere 700 Meter nördlich entsteht eine weitere Brücke über einen Feldweg. An dieser Stelle wird Mitte des Jahres auch der offizielle symbolische Baubeginn gefeiert.

Der erste Bauabschnitt endet mit der Anschlussstelle an die Staatsstraße 2078 Rosenheim- Kolbermoor, westlich des Postverteiler- Zentrums. Die B15 wird hier die Staatsstraße überqueren und mit Rampen an beiden Seiten angebunden.

An der Anschlussstelle wird eine nach den Worten von Claus-Peter Olk „leistungsfähige“ Ampelanlage gebaut. Im Zusammenspiel mit der umgebauten Kreuzung der Carl-Jordan- Straße in Kolbermoor würden sich auch für den doch für etliche Jahre gültigen Zwischenzustand – hier ended zunächst einmal die B15 – keine Verschlechterungen gegenüber dem Ist-Zustand ergeben. Der genaue Bauablauf wird derzeit in der Detailplanung terminiert. 2012 stehen der Grunderwerb, das Verlegen von Leitungen und der Baubeginn des ersten Brückenbauwerks im Fokus.

Um für die restliche Strecke die Grundlagen für kostensichere Ausschreibungen weiter zu vertiefen, werden in diesem Jahr noch auf der gesamten Strecke bis Pfaffenhofen engmaschig Bohrungen zur Baugrunderkundung durchgeführt. In Teilbereichen müssen deshalb Bäume gerodet werden.

Es ist geplant, je nach Stand der Arbeiten Baustellenführungen für Interessierte anzubieten. Wann die Baufreigabe für die weiteren Abschnitte erfolgen wird, kann heute noch nicht gesagt werden.

re/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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