Kuh aus Kirchseeon flüchtet und verletzt einen Mann

Kuh ausgebüchst: Ein Verletzter und großes Chaos

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Mit vereinten Kräften brachte die Feuerwehr die Kuh "Ringel" zurück in ihren Stall.

Kirchseeon - Die Kuh "Ringel" hat auf ihrer Flucht einen Mann verletzt und zwei Autos beschädigt. Auch auf der Bahnstrecke zwischen München und Rosenheim gab es Probleme.

Mehrere Tausend Euro Schaden und hunderte genervte Fahrgäste gingen am Abend auf das Konto von "Ringel", einer Kuh aus einem Hof in Riedering (Gemeindegebiet Kirchseeon) mit ausgeprägtem Freiheitsdrang. Das ca. sechsjährige Rindvieh hatte sich im Stall losgerissen und war durch die nur angelehnte Stalltür ins Freie gelangt. Durch den Lärm - auch der "Kolleginen" - aufmerksam geworden, versuchten ca. zehn Helfer (Nachbarn, die Bauernfamilie selbst war angeblich nicht zu Hause) die Kuh noch im Hofbereich einzufangen, was gründlich misslang.

Beim "Durchbruch" des Tieres wurde ein 59-jähriger Helfer verletzt und wurde ins Krankenhaus nach Ebersberg gebracht. Dem Spurt des 800 Kilogramm schweren Tieres fielen nacheinander ein Maschendrahtzaun sowie im benachbarten Wohngebiet zwei geparkte Autos zum Opfer, die deutliche Beulen aufweisen sollen. Nach Angaben der Polizei entstand ein Schaden in Höhe von ca. 6000 Euro. Dann war der Weg nach Norden frei!

Kuh mit Wärmebildkamera gesucht

Mit einer Wärmebildkamera wurde die Kuh verfolgt (zum Vergrößern klicken).

Über Wiesen und Äcker gelangte "Ringel" einen halben Kilometer weit bis in den Bereich der Bahnlinie am Kirchseeoner Weg. Jetzt beteilige sich auch die um 21.08 Uhr alarmierte Feuerwehr Eglharting an der Aktion.

Die Bahn wurde verständigt, die in dem Streckenabschnitt verlangsamte Sichtfahrten veranlasste. Mit Hilfe einer Wärmebildkamera konnte die Feuerwehr den Standort des Tieres gut verfolgen.

Ein mit Betäubungsgewehr und entsprechender Schussberechtigung ausgestatteter Jäger aus Traxl bei Ebersberg wurde verständigt. Laut Bahnpolizei wurde die Bahnstrecke München - Rosenheim sicherheitshalber ab 22.07 Uhr komplett gesperrt. Der S-Bahn-Verkehr lief mit reduzierter Geschwindigkeit weiter.

Betäubungsschuss auf "Ringel"

Um 22.40 Uhr konnte der Jäger aus kurzer Distanz einen gezielten Schuss auf den Ausreißer abgeben, der sich zwar noch lange standhaft zeigte, aber nach 30 Minuten dann doch der Erdanziehung geschlagen geben musste. Zum Zeitpunkt des Schusses befand sich das Tier nur gut 20 Meter vom Gleis entfernt.

Mittlerweile nahm die Geschichte im drei Kilometer entfernten Zorneding ganz andere Ausmaße an. Weil in einem der gestoppten Züge, der 150 Meter außerhalb des Bahnhofs zum Stehen gekommen war, die 150 Fahrgäste nach über einer Stunde ungeduldig wurden, entschloss sich die Bahn zur Evakuierung des Zuges.

Ca. 120 Helfer von sechs Feuerwehren und mehreren SEG's des Rettungsdienstes machten sich ab 23.20 Uhr mit Sondersignalen auf den Weg nach Zorneding (Motiv 15). "Ringel" selbst legte sich nach kurzzeitigem Aufmucken exakt zur selben Zeit gänzlich flach und konnte mit Hilfe eines Radladers zurück zum heimischen Stall transportiert werden.

Lage in Zorneding beruhigt sich

Als diese Kunde nach Zorneding durchgedrungen war, hatte sich auch die Sache mit der Evakuierung erledigt und die Einsatzkräfte konnten nach und nach wieder abrücken. Die Streckensperrung wurde laut Bundespolizei um 23.54 Uhr, nach fast zwei Stunden, wieder aufgehoben. Insgesamt waren von dem Dilemma nach Angaben der Pressestelle der Bahn 26 Züge betroffen, davon drei Fernzüge (Railjet, Eurocity, Euronight), zwölf Nahverkehrszüge, fünf S-Bahnen und sechs Güterzüge.

Und das alles nur wegen "Ringel".

Kuh aus Riedering ausgebüchst

Thomas Gaulke

Quelle: rosenheim24.de

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