Vergewaltiger muss fünf Jahre in den Knast

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Dem 29-jährigen Angeklagten wird Vergewaltigung und sexuelle Nötigung vorgeworfen.
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Rosenheim/Traunstein - Seit dem Vormittag musste sich ein mutmaßlicher Vergewaltiger vor dem Landgericht verantworten. Jetzt ist das Urteil gefallen, der Angeklagte muss mehrere Jahre ins Gefängnis.

Update 15.30 Uhr

Soeben ist am Landgericht das Urteil gefallen. Der 29-jährige portugiesische Angeklagte wurde zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt! Da sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung auf die Einlegung von Rechtsmitteln verzichteten, ist das Urteil rechtskräftig!

Update 15.10 Uhr

Am Nachmittag ging es im Prozess überraschend schnell voran. Zunächst schilderte das Opfer des zweiten Falles ihr Martyrium. Die Aussage der sehr verstört wirkenden jungen Frau, die ihre Aussage nur unter Begleitung machen wollte, deckte sich dabei im Wesentlichen mit den Angaben des Angeklagten. Zum Zeitpunkt der Tat sei die Frau selbst absolut nüchtern gewesen und habe auch beim Angeklagten keinen Alkoholgeruch wahrnehmen können.

Anschließend wurde noch über ein Gutachten gesprochen. Demnach habe der mutmaßliche Täter bis 2010 regelmäßig Kokain und Marihuana konsumiert. Anschließend hätte er noch Marihuana genommen und außerdem regelmäßig Alkohol konsumiert. Von einer Alkoholabhängigkeit könne aber nicht die Rede sein, so die Gutachterin.

Anschließend hielten Staatsanwaltschaft und Verteidigung bereits ihre Plädoyers. Der Staatsanwalt fordert fünf Jahre und sechs Monate Gefängnis. Die Verteidigung erachtet eine Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren für ausreichend. In Kürze soll das Urteil fallen.

Update 13.30 Uhr

Nach der Mittagspause werden zunächst zahlreiche Gutachten durchgearbeitet. Anschließend soll noch eine weitere Zeugin gehört werden.

Update 11.50 Uhr

Am späten Vormittag sagten erst das Opfer und anschließend eine Zeugin aus. Das Opfer betonte gleich zu Beginn ihrer Aussage, dass sie lesbisch sei und noch nie zuvor Sex mit einem Mann gehabt habe. Zum Tatabend sagte sie, dass sie nach der Arbeit die besagte Diskothek aufgesucht, dort viel Alkohol getrunken und sich anschließend zu Fuß auf den Weg nach Hause gemacht habe, weil sie kein Taxi mehr bekommen habe.

Sie stritt allerdings vehement ab, bereits vor der Tat Kontakt zum Angeklagten gehabt zu haben. Sie haben diesen eigenen Angaben zufolge erst wahrgenommen, als er bereits über ihr war. Zur Vergewaltigung selbst konnte die Frau nur wenige Angaben machen. Wegen des Alkoholkonsums konnte sie weder die Dauer angeben, noch konnte sie mit Sicherheit sagen, ob es zum Geschlechtsverkehr gekommen war bzw. ob der mutmaßliche Täter nur einen Finger eingeführt hatte. Sie habe aber während des ganzen Aktes immer wieder lautstark um Hilfe gerufen.

Anschließend kam eine Zeugin - die jetzige Freundin des Opfers - zu Wort. Sie sagte, sie habe das Opfer den ganzen Abend über in der Diskothek im Blickfeld gehabt und es hätte dort keinen Kontakt zwischen Opfer und mutmaßlichem Täter gegeben.

Update 10.50 Uhr

Mittlerweile hat der Angeklagte ein Teilgeständnis abgelegt: Der 29-Jährige gab den Übergriff und die sexuelle Nötigung vor der Haustür in der Rosenheimer Innenstadt zu. Über die Vorwürfe der Vergewaltigung im Aicher-Park aber sagte der Angeklagte vor Gericht, dass alles im gegenseitigen Einvernehmen geschehen sei.

Es sei nach seinen Wahrnehmungen etwas rauer zur Sache gegangen. Es sei aber weder sexuelle Gewalt angewendet worden, noch habe er die Frau mit Fäusten geschlagen. Hiergegen sprächen aber die Verletzungen, die nach der Tat an der Frau festgestellt werden konnten: sie trug Blessuren an den Händen, an den Fingern und auch am Kopf davon, wie vor Gericht angegeben wurde.

Weiter sagte der 29-Jährige, dass es nicht zum Geschlechtsverkehr gekommen sei. Er sei lediglich mit dem Finger in sie eingedrungen. Vor Gericht wurde dazu angeführt, dass das mutmaßliche Opfer keine Verletzungen im Genitalbereich erlitten habe.

Während der Aussage des Angeklagten wurde zudem die Aussage eines Zeugen verlesen, der angegeben hatte, keine Hilfeschreie gehört zu haben. Erst als er näher dazugekommen war, gab die Frau Schreie ab.

Update 9.20 Uhr

Der Prozess wurde bereits nach 20 Minuten unterbrochen. Der zuständige Richter legte dem Angeklagten nochmal nahe, über ein Geständnis nachzudenken. Die Beweislage, also Aussagen der Opfer und Zeugen, DNA-Spuren und das medizinische Gutachten, seien erdrückend. Der Richter verwies darauf, dass den Opfern die Qual erspart werden könne, ihre Aussage vor Gericht machen zu müssen. Zudem würde sich ein Geständnis strafmildernd für den Angeklagten auswirken. "Noch haben Sie es in der Hand", sagte der Richter, bevor er die Verhandlung für zehn Minuten unterbrechen ließ.

**rosenheim24 ist am Dienstag bei der Verhandlung vor Ort und hält Sie über die Entwicklungen aktuell auf dem Laufenden***

Vorbericht:

Am Dienstag beginnt der Prozess gegen den mutmaßlichen Vergewaltiger aus Rosenheim. Der 29-jährige portugiesische Staatsangehörige soll am 22. Juli vergangenen Jahres eine junge Frau im Rosenheimer Gewerbegebiet Aicherpark tätlich angegriffen und anschließend vergewaltigt haben. Die Frau befand sich zu diesem Zeitpunkt auf dem Nachhauseweg von einer Diskothek.

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Des Weiteren wird dem Angeklagten vorgeworfen, dass er am 5. Mai dieses Jahres eine weitere Frau in der Rosenheimer Innenstadt sexuell genötigt haben soll. Er soll die Frau vor ihrer Haustür überrascht und körperlich angegriffen haben. Nur Dank der lauten Hilferufe des Opfers konnte der Täter in die Flucht geschlagen werden.

Der Portugiese befindet sich seit dem 17. Mai diesen Jahres in Untersuchungshaft in der JVA Traunstein.

Quelle: rosenheim24.de

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