Informationsveranstaltung im Gasthaus Gantenham

B15neu: Deutliche Worte gegen Minister Huber

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Die Landtagsabgeordnete Rosi Steinberger (Grüne) brachte in Gantenham ihre Argumente gegen die B15neu vor. Der designierte Oberbergkirchner Gemeinderat Willi Kreck möchte vor Ort mit einer Bürgerinitiative gegen die Trasse kämpfen.

Oberbergkirchen - In Gantenham fand am Donnerstag eine Info-Veranstaltung zur B15 neu statt. Die Gegner der Trasse machten deutlich, dass sie Umweltminister Huber nicht glauben.

Auf einer Veranstaltung in Gantenham hat die Landtagsabgeordnete Rosi Steinberger (Grüne) vor gut 200 Zuhörern aus Oberbergkirchen, Ampfing, Buchbach, Schönberg und Zangberg über die B15 neu informiert und ihre Argumente gegen die Trasse vorgebracht. Die Bundesstraße, die nach ihrer Fertigstellung auf zwei mal zwei Fahrstreifen von Regensburg nach Rosenheim führen soll, beschäftigt die Oberbergkirchner - vor allem seitdem bekannt wurde, dass die "Anmeldetrasse für den Bedarfsplan", eine Art provisorische Trassenführung, durch das Gemeindegebiet verläuft.

Dialog mit den Bürgern? "Wer's glaubt, wird selig!"

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In Oberbergkirchen regt sich seitdem großer Widerstand, genau wie in den ebenfalls neu betroffenen Gemeinden Wurmsham und Bodenkirchen. Dem Bayerischen Umweltminister Dr. Marcel Huber wollen die B15 neu-Kritiker aus Oberbergkirchen nicht so recht glauben. Wie bereits berichtet, sagte Huber, eine Entscheidung über den Trassenverlauf werde in Absprache mit den Betroffenen gefällt. "Wenn eine Region sie nicht haben will, dann kommt sie nicht dorthin", so der Umweltminister.

"Wer's glaubt, wird selig", sagte Willi Kreck, designierter Oberbergkirchner Gemeinderat, am Rande der Informationsveranstaltung in Gantenham auf Anfrage. "Beschwichtigungen werden bei den Gegnern nicht ankommen, beschwichtigt wird in der Politik immer", so Kreck. Auch Rosi Steinberger ist nicht überzeugt. Die Landtagsabgeordnete zeigte sich in ihrem Vortrag verwundert über die Ankündigung Hubers, das Gespräch mit Landräten, Bürgermeistern und Kreisräten zu suchen. "Da ist bloß Sand in die Augen gestreut", sagte Steinberger. Die Landtagsabgeordnete hält es nicht für realistisch, dass man sich mit allen Betroffenen abspricht. "Wen soll man da fragen?", so Steinberger.

"Wir ziehen Verkehr aus ganz Deutschland runter"

Die Landtagsabgeordnete Rosi Steinberger (Grüne)

Steinberger ist genau wie Kreck gegen einen Weiterbau der B15neu südlich der A92 - ganz egal, wo die Trasse entlang läuft. In ihrem Vortrag verdeutlichte die Landtagsabgeordnete, dass die B15 neu keineswegs nötig ist, um die B15 zu entlasten. Ihre sachlich vorgebrachten Ausführungen untermauerte Steinberger mit einigen Zahlen. Demzufolge ist die B15 vor allem bei Landshut und Rosenheim stark belastet, weshalb Steinberger Ortsumgehungen sinnvoller findet als eine zusätzliche, vierspurig ausgebaute Trasse bis nach Rosenheim.

Bei ihren Zuhörern rannte die Landtagsabgeordnete offene Türen ein. "Man erzählt uns immer, die B15 ist überlastet. Die ist nicht überlastet!", schimpfte Klaus Mittermeier aus Ampfing. Im Gegensatz zur B12 sei die B15 eine "Kiesstraße", so Mittermeier weiter. "Wir ziehen uns den Verkehr aus ganz Deutschland runter. Brauchen wir in unserem Raum wirklich eine Entlastung der A8? Muss das sein?"

Warum das vielleicht nicht sein muss, erklärte Rosi Steinberger. Die Zukunft der B15 neu hängt demnach vor allem vom neuen Bundesverkehrswegeplan ab, der im Laufe des Jahres aufgestellt wird und die Verkehrsprojekte deutschlandweit für die nächsten 15 Jahre priorisiert. Käme die B15 neu lediglich in den "weiteren Bedarf", würde das Bauvorhaben in weite Ferne rücken. "Wenn die B15 neu aber in den 'vordringlichen Bedarf plus' kommt, dann haben wir schon verloren", so Steinberger.

Bürgerinitiative: Über 100 Leute haben Interesse

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Wie die B15 neu in den Bundesverkehrswegeplan eingeordnet wird, könnte auch davon abhängen, wie groß der Widerstand der Bevölkerung ist. In Oberbergkirchen soll deshalb eine Bürgerinitiative gegen die B15 neu ins Leben gerufen werden. Auf der Informationsveranstaltung am Donnerstag konnten sich interessierte Bürger in Listen eintragen. Wie Willi Kreck, der das Projekt Bürgerinitiative in Oberbergkirchen angestoßen hat, am Freitag auf Nachfrage erzählte, haben sich gut 100 Bürger aus Oberbergkirchen und Ampfing in die Listen eingetragen. In beiden Gemeinden sollen jetzt Bürgerinitiativen entstehen.

Kreck betonte, ihm sei wichtig, nicht nur den Bau der B15 neu im Gemeindegebiet zu stoppen, sondern die Trasse südlich der A92 komplett zu verhindern. "Unser Ziel ist es nicht, das Sankt-Florian-Prinzip zu betreiben", so Kreck. "Ich will diese Trasse niemandem zumuten." Auf politischer Ebene hofft der zukünftige Gemeinderat auf eine möglichst breite Front gegen die B15 neu. Neben Gemeinderatsbeschlüssen entlang der gesamten Trasse hält Kreck eine Stellungnahme des Kreistags gegen die B15 neu für unerlässlich.

Info-Veranstaltung zur B15neu in Gantenham

Quelle: innsalzach24.de

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