Polizeistatistik zu sexuellen Übergriffen auf Volksfesten in der Region

Vom Grapschen bis zur Vergewaltigung: Wer sind die Täter?

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Landkreise Rosenheim/Traunstein/Berchtesgadener Land/Altötting/Mühldorf - Eine Frau wird am Po begrapscht - solche oder ähnliche Szenen ereignen sich nur allzu oft auf Volksfesten. Doch wie viele Fälle landen tatsächlich bei der Polizei und vor allem, wer sind die Täter?

Anzahl der Sexualdelikte mit Berücksichtigung des Ursprungs der Täter

Spätestens seit den Vorfällen in der Silvesternacht in Köln sorgen vor allem sexuelle Übergriffe, bei denen der Täter ausländischen Ursprungs ist, für Empörung in der Bevölkerung. Männliche Flüchtlingsgruppen werden unter Generalverdacht gestellt, obwohl Kriminalstatistiken der Polizei belegen, dass die überwiegende Mehrheit der Sexualtäter Deutsch ist und Zuwanderer nur einen geringen Anteil (4,8%) an der Gesamtzahl bilden.

Mit dem Hintergrund, das Verhältnis zwischen nichtdeutschen und deutschen Sexualtätern auch bei uns in der Region zu ermitteln, fragte rosenheim24.de bei der Polizeiinspektion Oberbayern Süd nach einer solchen Statistik. Diese konzentriert sich auf die Vorfälle auf den Volksfesten in den Landkreisen Rosenheim,  Traunstein, Berchtesgadener Land, Altötting und Mühldorf. In Betracht gezogen wurden die Jahre 2014 und 2015.

Nur wenig polizeilich bekannte Vorfälle

Insgesamt kam es in der Region zu ausgesprochen wenig Delikten, die angezeigt wurden. Es gibt sicherlich ein Dunkelfeld, da vor allem die niederschwelligen Fälle häufig nicht zur Anzeige gebracht werden. Von den neun polizeilich bekannten Sexualdelikten waren sieben der Täter Deutsch, oder das Beschreibungsprofil deutete auf einen heimischen Tätern hin. Die beiden ausländischen Täter waren afghanischen und nigerianischen Ursprungs. In diesen beiden Fällen ging es um Grapschen/an den Po fassen.

Bei den anderen sieben Delikten handelte es sich zumeist um Beleidigungen auf sexueller Grundlage (z.B. mit dem Handy unter den Rock fotografiert), Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches durch Bildaufnahmen (auf Damentoilette gefilmt worden), aber auch zwei  Fälle von sexueller Nötigung bzw. versuchter Vergewaltigung.

Vor allem der Fall der versuchten Vergewaltigung in Wasserburg 2014sorgte für Aufsehen in der Bevölkerung.

Schlussfolgerung schwierig

Der Pressesprecher der Polizei Oberbayern Süd Stefan Sonntag betonte zwar auch, dass die geringe Anzahl der Fälle keine allgemeingültige oder seriöse Aussage zulasse. Allerdings würde sie definitiv eine generelle Verdächtigung von Flüchtlingen im Zusammenhang mit Sexualdelikten nicht rechtfertigen.

Martin Wiegand

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser