Ebenfalls Pläne in Oberaudorf

Hospiz in Kloster Reisach Konkurrenz oder Ergänzung zu Bernau?

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Oberaudorf/Bernau - Auch im Kloster Reisach könnte ein Hospiz entstehen. Dessen Befürworter sehen darin jedoch keine Konkurrenz für die geplante Einrichtung in Bernau. Vielmehr sei ein zweites Hospiz eine sinnvolle Ergänzung.

Wer auf seinem letzten Weg pflegerische Begleitung sucht, hat in Oberbayern bislang nur die Möglichkeit, sich um einen Hospizplatz in München, Ingolstadt oder Polling zu bemühen. In der Region Südostbayern besteht ein Bedarf nach Hospizbetten. Dieser soll nun in Bernau am Chiemsee gedeckt werden. 

Die Landkreise Rosenheim, Traunstein, Berchtesgadener Land und die Stadt Rosenheim wollen nun mit dem gemeinsamen Kommunalunternehmen "Chiemseehospiz" dieses Projekt stemmen. Bereits im Mai hatte sich Landrat Berthaler für das Projekt ausgesprochen. Der Hauptausschuss des Stadtrats machte vergangene Woche den Weg frei für ein stationäres Hospiz in Bernau am Chiemsee. Zuvor stimmte bereits der Rosenheimer Kreistag zu.

Konkurrenzsituation erhöht Defizit in Bernau

Doch nun kommt es zu einer unerwarteten Entwicklung. Denn der Standort Oberaudorf  im Kloster Reisach ist nicht vom Tisch, auch hier wird ein Genehmigungsantrag vorbereitet, wie das Oberbayerische Volksblatt berichtet.Im Haupt- und Finanzausschuss Rosenheim sprach sich, wie die Zeitung berichtete, Reinhilde Spies, Vorsitzende des Jakobus-Hospizvereins Rosenheim, ausdrücklich gegen ein zweites Hospiz aus. Dies würde zu einer Konkurrenzsituation führen, eine 85-prozentige Belegung einer Einrichtung sei jedoch notwendig für einen Betrieb ohne hohe Defizite. 

Denn im Landratsamt rechnet man bereits damit, dass der Betrieb des stationären Hospizes in Bernau dauerhaft defizitär sein wird. Aufgrund der aktuellen Gesetzeslage erstatten die Krankenkassen 95 Prozent der Aufwendungen. Da sie in der Praxis aber nicht alle Aufwendungen anerkennen, summiert sich das Defizit auf zehn bis 15 Prozent der Gesamtaufwendungen. Da der jährlich zu erwartende Verlust auf 190.000 Euro bis 260.000 Euro geschätzt wird, kommt auf den Landkreis Rosenheim im ungünstigsten Fall ein Defizitausgleich von etwa 110.000 Euro zu.

Keine Konkurrenz sondern notwendige Ergänzung?

Die Initiativgruppe „Hospiz im Kloster Reisach“ argumentiert jedoch, dass es nicht etwa zu einer Konkurrenz käme, sondern das zweite Hospiz vielmehr notwendig sei, um den Bedarf zu decken. Denn eine Bachelorarbeit aus der Fakultät für Gesundheits- und Sozialwissenschaften an der Hochschule Rosenheim sei zu dem Ergebnis gekommen, dass im Einzugsgebiet der Region 18 mit den Landkreisen Rosenheim, Traunstein, Berchtesgadener Land, Altötting und Mühldorf ein Bedarf für 20 Hospizbetten bestehe. Die Befürworter des Standorts am Chiemsee hatten dagegen einen Bedarf von zehn Betten, welcher durch diesen Standort abgedeckt würde, angeführt. 

Den ausführlichen Artikel lesen Sie auf OVB Online oder in der gedruckten Heimatzeitung!

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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