Konkurrenz für den MERIDIAN?

Fernbus: Alternative für die Pendler?

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Ist der Bus eine echte Alternative?
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Rosenheim - Nach dem von Störungen, Verspätungen und Zugausfällen geplagten Dienstantritt des MERIDIAN werden die Rufe nach Alternativen immer lauter. Was der Pendler tun kann:

"Wenn Ihnen die Beförderungsbedingnungen bei MERIDIAN nicht passen, können Sie ja mit dem Auto oder dem Taxi nach München fahren!" So, oder so ähnlich, soll ein Mitarbeiter des neuen MERIDIAN auf die Beschwerden einer Frau reagiert haben, die sich sich diese Woche in einem offenen Brief an die Öffentlichkeit gewandt hatte.

Und tatsächlich bildeten diese beiden Möglichkeiten bis Ende 2012 die einzige Alternative zum Bahnverkehr.

Das Taxi und der PKW

Das MERIDIAN-Chaos:

MERIDIAN kriegt Platz-Problem niccht in Griff

Mussten Fahrgäste draußen bleiben?

Die Strecke Rosenheim-München besitzt auf der Straße eine mittlere Länge von 69 km und ist durchschnittlich in einer Zeit von 60 Minuten zu bewältigen. Für diese Strecke würde ein Taxi knapp über 100 Euro, bei einer Belegung mit nur einem Fahrgast kosten. Bei einer Belegung mit vier Personen immerhin noch 25 Euro pro Person. Im Großraumtaxi mit acht Personen steigt der Gesamtfahrpreis etwas an, pro Person käme die Fahrgemeinschaft aber immerhin auf ca. 15 Euro.

Absolviert man die Strecke mit dem eigenen PKW, errechnen sich folgenden Kosten: Bei einem Fahrzeug mit einem Neupreis von 40.000 Euro und einer jährlichen Laufleistung von 40.000 km errechnet die Stiftung Warentest einen tatsächlichen Kilometersatz von ca. 40 Cent. Auf die Strecke nach München hochgerechnet also fast 28 Euro.

Die Alternative Bus

Ist der Bus eine echte Alternative?

Seit dem 31. Dezember 2012 dürfen nun Fernbusse auch innerhalb Deutschlands Fahrgäste befördern. Einschränkung: Die Strecke muss über 50 km betragen und über eine Stunde Reisezeit in Anspruch nehmen. "Je länger die Strecke dabei, desto günster," weiß Bettina Engert, Pressesprecherin der Frima Flixbus in München. Auf der Strecke von Salzburg nach München verlangt die Firma für die einfache Fahrt 13 Euro. "Normalerweise liegen wir auf unseren Strecken dabei ungefähr 70% unter dem Preis der Bahn. Und bereits ab einer Auslastung zu 50% bewegt sich der Bus absolut umweltfreundlich und wirtschaftlich," ergänzt die Sprecherin des Fernbusbetreibers. "Bei einer vollen Besetzung mit 50 Fahrgästen sind wir sogar umweltfreundlicher als die Bahn und im Gegensatz zu dieser hat bei uns jeder Gast eine Sitzplatzgarantie!" Eine Dauerkarte ist im Moment bei Flixbus jedoch noch nicht in Planung, lediglich eine 10er Bonuskarte, mit der jede zehnte Fahrt kostenlos ist, existiert bereits.

Umsetzung einer Pendler-Verbindung

"Was wären wir für Geschäftsleute, wenn wir über die Möglichkeit einer Verbindung nicht nachdenken würden," lacht Nico Schönecker, einer der Geschäftsführer derFirma Autobus Oberbayern. Ein Zwischenhalt in Rosenheim sei bereits in der Vergangenheit diskutiert worden, stehe im Moment aber auf der Warteliste. Aktuelle Verbindungen von Salzburg nach München seien schlichtweg nicht Pendler-geeignet, selbst wenn man in Rosenheim einen Zwischenstopp einrichten würde. Hier müsse man eine neue Strecke einrichten, was aufgrund der hohen Entscheidungsgeschwindigkeit in der Branche aber ohne großen Vorlauf möglich wäre. "Worauf es ankommt, ist natürlich immer die Nachfrage," ergänzt Schönecker.

"Dynamischer Fahrplan aber kein Konkurrenzprodukt"

Man wolle sich einfach nicht gegenseitig das Wasser abgraben, fasst der Geschäftsführer die Problematik kurz zusammen. Wenn man jedoch merke, dass hier tatsächlich ein Interesse der Pendler und ein Bedarf gegeben ist, dann könne man schnell handeln. Der selben Meinung ist auch Bettina Engert von Flixbus: "Wenn viele Anfragen kommen, nehmen wir das natürlich ernst." Nach einer Rentabilitätsanalyse könne man sich durchaus vorstellen, die Alternative Fernbus zu etablieren.

Einen Haken hat der Fernbus für Pendler jedoch: Aufgrund gesetzlicher Richtlinien darf der Fernbus dem staatlich subventionierten Nahverkehr auf der Schiene keine Konkurrenz machen. So dürfen keine Zwischenstrecken verkauft werden. Das bedeutet, dass andere Fahrgäste, die auf dem Weg nach München zusteigen wollten, nicht bedient werden dürften. 

Quelle: rosenheim24.de

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