Münchner fangen Anakonda im Siferlinger See

„Wir sind ins Wasser und langsam zu ihr hingeschwommen“

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Söchtenau/München - Die Suche nach einer Schlange am Siferlinger See hat ein Ende: Die Anakonda wurde nach über zwei Wochen von einem Münchner Paar gefangen und in eine Auffangstation für Reptilien nach München gebracht.

Der ungebetene Badegast hatte die Gemeinde Söchtenau (Landkreis Rosenheim) zuvor auf Trab gehalten. Mitte August hatte man die Würgeschlange dort zum ersten Mal beobachtet, später erließ die Gemeinde ein Badeverbot. Seitdem wurde regelmäßig nach dem Tier gesucht. Zwei Münchner Schlangenliebhaber hatten am Samstag Erfolg: Laura Bok und ihr Mann fanden das Tier „sonnenbadend“ am Ufer des Sees, wie Bok am Sonntag sagte, fingen es ein und verständigten die Polizei. Das Tier habe sich nicht aggressiv verhalten, so Bok. „Wir hatten davon in der Zeitung gelesen“, erzählt Laura tz.de. „Wir wollten einfach schauen, ob wir Glück haben und die Schlange fangen können.“ 

„Das Reptil war total friedlich“

Schlange am Siferlinger See eingefangen

Eigentlich hatten sie ihre Chancen nicht sehr groß eingeschätzt. Als die Münchner schon gar nicht mehr damit gerechnet hatten, entdeckten sie die Schlange dann tatsächlich am sonnigen Ufer im Schilf. „Wir sind dann ins Wasser und langsam zu ihr hingeschwommen“, schildert Laura den Ablauf gegenüber tz.de. Im Wasser stehend packten die Schlangenfänger dann zu. Bobby fixierte mit der bloßen Hand den Kopf, seine Frau Laura das Hinterteil. „Das Reptil war total friedlich.“ Angst hatten der Biologielehrer und die Psychologin vor der Schlange nicht. Seit Jahren erforschen die Boks Reptilien. Sogar in den Flitterwochen jagten die beiden den Tieren hinterher, machten Fotos und beobachteten Echsen und Schlangen in ihren natürlichen Lebensräumen.

Schlange hat jetzt den Namen Ambrosius 

Nach der erfolgreichen Fangaktion übergaben Laura und Bobby die Gelbe Anakonda einer Streife der Rosenheimer Polizei.

In der Auffangstation gab man der Schlange den Namen Ambrosius. Es handle sich vermutlich um ein Männchen, sagte Tierärztin Isabel Grefen von der Station. Für eine sichere Aussage sei das Tier aber noch zu klein. Ambrosius ist schätzungsweise 1,20 bis 1,50 Meter lang. Wie die Schlange, die im tropischen Südamerika beheimatet ist, an den See gekommen war - ob ausgesetzt oder entwischt - war zunächst unklar. Den Herbst hätte sie laut Grefen dort wahrscheinlich nicht überlebt.

Für die nächsten 28 Tage bleibt die Schlange nun erst einmal in der Auffangstation. Falls der Besitzer sie nicht abholt, kann sie nach einiger Zeit weitervermittelt werden. Das Badeverbot am Siferlinger See werde die Gemeinde nun voraussichtlich aufheben, so ein Polizeisprecher.

Laura und Bobby Bok jedenfalls sind überglücklich, dass sie Ambrosius haben fangen können. „Den Herbst hätte die Schlange nicht überlebt.“

mh mit material der dpa

Quelle: rosenheim24.de

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