Unfall von MdB Mayer wirft weiter Fragen auf

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Mühldorf - War MdB Stephan Mayer bei seinem Unfall im März auf der A94 viel zu schnell unterwegs? Das besagt ein Gutachten, dessen Inhalt der Anwalt von Mayers Unfallgegner bestätigte.

Laut Franz Jansen - so wird der Mühldorfer Anzeiger in seiner Donnerstagsausgabe berichten - fuhr Mayer mit 125 Kilometern pro Stunde auf den Pickup auf, obwohl an dieser Stelle Tempo 80 gilt.

Mayer soll bis zu 190 Sachen gefahren sein

Jansen bestätigte damit ein Gutachten, aus dem hervorgeht, dass Mayer im Ampfinger Tunnel mindestens mit Tempo 170 unterwegs war, obwohl die Geschwindigkeit dort auf maximal 80 begrenzt ist. Unmittelbar hinter dem Tunnel ist er laut Jansen mit immer noch 125 Stundenkilometern auf den vorausfahrenden Pickup geknallt. Damit bestätigte Jansen einen Bericht des Wochenblatts, das von der hohen Geschwindigkeit berichtet hatte, ohne Quellen für diese Information zu nennen. Die Aussagen des Rechtsanwalts machen jetzt erstmals den Unfallhergang öffentlich, wie ihn ein Gutachter schildert.

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Der Auffahrunfall ereignete sich am 3. März dieses Jahres. Mayer war gegen 23 Uhr auf der A94 in Richtung München unterwegs, die Auswertung der Kameras im Tunnel zur Verkehrsüberwachung gehen laut Gutachten von einer Geschwindigkeit zwischen 170 und 190 Stundenkilometern aus. Der Gutachter habe die Zeit gemessen, die Mayers Auto zwischen den Kameras gebraucht habe und daraus die Geschwindigkeit ermittelt, erläuterte der Rechtsanwalt des Unfallgegners, Jansen.

Die Kameras zeigten demnach auch, dass die Rücklichter des mit etwa Tempo 80 fahrenden Pickups auf der Überholspur vor Mayer auftauchten, der Abgeordnete aber erst drei Sekunden später bremste. In der verbleibenden Zeit bis zum Aufprall habe sich die Geschwindigkeit auf 125 reduziert. Mayers 5er BMW prallte nach dem Zusammenstoß noch gegen die Leitplanke und kam dann auf dem Seitenstreifen zum Stehen. Der 20-jährige Fahrer des Pickup wurde wie Mayer bei dem Unfall leicht verletzt. Der Bundestagsabgeordnete kam an dem Abend vom CSU-Starkbieranstich in Marktl, eine routinemäßige Blutprobe zeigte laut Polizei, dass Mayer nüchtern war.

Völlig offen ist nach wie vor, wann über eine mögliche Anklage entschieden wird. Die Staatsanwaltschaft Traunstein gibt mit Verweis auf die Immunität des Abgeordneten Mayer keine Stellungnahme ab. Die Aufhebung der parlamentarischen Immunität sei beantragt, bestätigte Pressesprecher Andreas Miller. Über deren Aufhebung entscheidet alleine der sogenannte Immunitätsausschuss des Deutschen Bundestages, der sich nach der Wahl im September erst noch konstituieren muss. Ein Abschluss der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen wird in diesem Jahr nicht mehr erwartet.

Mayer muss mit Zivilverfahren rechnen 

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Mit einem Zivilrechtsverfahren muss Mayer auf jeden Fall rechnen. Rechtsanwalt Jansen will sich nicht mit der Schmerzensgeldzahlung zufrieden geben, die Mayers Haftpflichtversicherung angeboten hat. Im Rahmen der Prozessvorbereitung hatte Jansen Einsicht in die Akten der Staatsanwaltschaft und damit auch in das Gutachten. Ob und in wie weit die Kamerabilder aus dem Tunnel vor Gericht verwendet werden dürfen, ist offen. Laut ADAC gibt es ein höchstrichterliches Urteil, das diese Entscheidung in das Ermessen des Gerichts stellt, sollte es zu einem Verfahren kommen. Fraglich ist, ob es sich um einen Fall nichtzulässiger Vorratsdatenspeicherung handelt.

Stephan Mayer selbst war am Mittwoch für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Mit Verweis auf das schwebende Verfahren hatte der Abgeordnete bisher keine Angaben zu dem Unfall gemacht.

ha/hon/sb/Mühldorfer Anzeiger

Quelle: innsalzach24.de

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