Vorfall am Miesbacher Bahnhof

"Noch ganz bei Trost?" - Polizei erteilt Standpauke auf Facebook

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Miesbach - Dass eine brenzlige Situation am Donnerstagnachmittag vor dem Miesbacher Bahnhof ohne schlimme Folgen blieb, ist vor allem dem besonnenen Auftreten der eingesetzten Polizisten zu verdanken.

Eine regelrechte Standpauke gab es von der Polizei Oberbayern Süd auf Facebook. Auslöser war ein Fall aus Miesbach. 

"Nein wir sind hier nicht 'in da hood' und bei uns gibts auch keine 'homies', die es cool finden, wenn jemand mit täuschend echten Waffen'spielzeugen' auf der Straße rumläuft."

Das sitzt! Nach den schrecklichen Ereignissen in München, Ansbach und Würzburg Ende Juli, findet das Polizeipräsidium Oberbayern Süd deutliche Worte für einen Fall in Miesbach. 

Das war passiert: 

Völlig aufgelöst hatte eine Frau am Donnerstag um 15.19 Uhr den Notruf der Polizei gewählt, was sofort zu einem großen Polizeieinsatz führte: Die Zeugin hatte in Hausham zwei südländisch aussehende Männer beobachtet, die in einem schwarzen Geländewagen saßen, bewaffnet waren und die Magazine in ihre Pistolen einführten. Als die erste Streifenwagenbesatzung kurz darauf eintraf, war der dunkle SUV aber bereits verschwunden.

Eine zweite Streifenwagenbesatzung entdeckte den gesuchten Wagen im Rahmen der Fahndung wenig später am Bahnhofsvorplatz in Miesbach. Die Polizisten waren gerade ausgestiegen, als einer der beiden gesuchten Männer aus einer Bank kam. Fast zeitgleich kam der Zweite aus dem Bahnhofsgebäude auf den Vorplatz, der Mann hielt dabei eine Pistole in der Hand und, wie sich später herausstellte, eine zweite Waffe unter dem Arm! Ein Polizist, der gerade den Wagen der Verdächtigen überprüfen wollte, sah das und zückte seine Dienstwaffe. 

Nur der Besonnenheit der Polizisten und der Reaktion des Bewaffneten, ist es zu verdanken, dass in diesem Moment nicht Schlimmes passierte. Als er angesprochen wurde, reagierte der Verdächtige zum Glück richtig und richtete die Waffe nicht in Richtung der Beamten. Er erklärte sofort, dass er „Spielzeugwaffen“ dabei habe.

Tastsächlich handelt es sich bei den sichergestellten Pistolen um erlaubnisfreie Softair-Waffen (Spielzeug-Kugelpistolen mit sehr geringer Energie unter 0,5 Kilojoule). Auch Personen unter 18 Jahren dürfen diese Waffen erwerben und besitzen, wenn sie nicht zu scharfen Waffen umgebaut werden können und wenn es sich nicht um sogenannte „Anscheinswaffen“, also nicht um „echt“ aussehende Schusswaffen handelt, die in der Öffentlichkeit geführt werden.

Die beiden sichergestellten Pistolen sehen täuschend echt aus.

Doch weil genau das der Fall ist - die Pistolen sehen echten zum Verwechseln ähnlich - werden die beiden Männer 27 und 21 Jahre alten Männer aus dem Landkreis wegen eines Verstoßes nach dem Waffengesetz angezeigt. Beide hatten sich, so die glaubhaften Aussagen später, „nichts dabei gedacht“. Doch: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.

mg, Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Polizei

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