Schwammerl-Saison kam spät in Schwung

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Landkreis - Es hat gedauert, bis sie nun sprießen: Die Pilze aus der Region! Was in den letzten Jahren schon Anfang September möglich war, kommt diese Saison erst jetzt in Fahrt.

Förster Gerd Eisgruber weiß, warum das Wachstum des Waldpilzes so spät in Schwung kam: „Durch die lange Trockenperiode hat sich das Gedeihen der Pilze um viele Wochen hinausgezögert. In den vergangenen Wochen kam verstärkt Regenwetter in die Region, und mit ihm langsam auch die Schwammerl“. Und obwohl der Boden feucht war, nur vereinzelt wurden Waldbesucher fündig. Viel hängt auch mit dem Mond zusammen. „Wenn der Mond zunimmt, dann wachsen die Schwammerl“ heißt es vom Experten weiter. Beste Voraussetzungen also im Moment. Der Schwammerlkenner kann sich freuen: Ab sofort steht ihm wieder eine riesen Vielfalt an genießbaren Pilzen aus dem heimischen Wald zur Verfügung. Und obwohl es viele Gutschmeckende gibt, beschränken sich die meisten auf ganz wenige Sorten: Steinpilz und Maronenröhrling etwa. Der sogenannte Parasol-Schwammerl sei jedoch auch eine leckere Alternative zum Gewohnten, schwärmt der Förster. Dieser müsse jedoch extrem lange erhitzt werden, um Magen-Darm-freundlich zu bleiben.

Für die nicht geübten Schwammerlsucher kommen schon ein paar Probleme auf. Nur zu gern würden sie mit Freude alle gesammelten Fundstücke der Natur verarbeiten und essen. Doch hier gilt größte Vorsicht. Gerd Eisgruber warnt: „Manch giftiger Pilz ist verwechselbar mit genießbaren Schwammerl. Der Knollenblätterpilz ist eine große Gefahr für alle, die ihn versehentlich ins Körbchen legen und glauben, es könnte sich um einen Waldchampignon handeln. Dabei ist die Form komplett anders“.

Experten geben Merkmale bekannt

Viele Arten sind leicht zu bestimmen. Grundlegend sollten ein paar besondere Bestimmungsregeln angewandt werden, wie sie auch die TU München nennt: “Es gibt Röhrenpilze, diese haben eine schwammartige Hutunterseite. Außerdem tummeln sich Lamellenpilze mit blattartiger Hutunterseite im Wald. Letztendlich auch noch Nichtblätterpilze. Tödlich giftige Schwammerl finden sich grundsätzlich nur unter den Lamellenpilzen, ausgenommen die tödlich giftigen Lorcheln, die als Nichtblätterpilze bezeichnet werden“.

Die nächste Unsicherheit, welche Farbe die Lamellen oder die Röhren haben, ist mit etwas Bedacht zu klären: Alle tödlich giftigen Knollenblätterpilze haben rein weiße Lamellen, die tödlich giftigen Rauhköpfe Zimtbraune und die tödlich giftigen Häublinge, beispielsweise Nadelholzhäubling, braune Lamellen.

Schwammerl 2013

Der langjährige Pilzsammler Eisgruber weiß, dass eine Verwechslung dennoch nicht selten passiert: „Gallenbitterling und Steinpilz sind sich sehr ähnlich. Von oben her sehen sich die beiden gleich. Da passiert‘s schon mal, dass man erst beim Essen merkt, welch bittere Sorte man da in den Kochtopf bekommen hat. Doch hier ist Entwarnung angesagt. Der Gallenbitterling ist zwar ungenießbar, aber nicht giftig“.

Hilfe durch den Giftnotruf

Wer nach einem Pilzverzehr mit Durchfall kämpft, ist meist nochmal glimpflich davon gekommen. Doch stärkere Vergiftungserscheinungen können zur Lebensbedrohung werden! Hier gilt: Unverzüglich zum Arzt. Der erste und oft hilfreichste Schritt ist ein Anruf beim Giftnotruf: Unter der Nummer 089-19240 können kompetente Ansprechpartner erreicht werden.

Quelle: rosenheim24.de

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