Meridian-Strecken immer wieder betroffen

Warum gibt es so viele Oberleitungsschäden beim Meridian?

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Landkreis - Immer wieder kam es in der Vergangenheit auf Strecken des Meridians zu Oberleitungsschäden. Woran liegt das? Wir haben bei der Deutschen Bahn AG nachgefragt.

Am 25. August kam es erneut zu einem Oberleitungsschaden auf einer Meridian-Strecke, diesmal im Rosenheimer Bahnhof. Das war nicht der einzige in der Vergangenheit. Pendler sind immer wieder verärgert über die dadurch entstehenden Verzögerungen. Warum kommt es immer wieder zu den Schäden? Ein Sprecher der Deutschen Bahn AG, die für die Infrastruktur auf den Strecken verantwortlich ist, äußerte sich auf Nachfrage unserer Redaktion dazu:

Stellungnahme Deutsche Bahn AG

"Kurzschlüsse an den Oberleitungen können nur auftreten, wenn unterschiedliche Spannungspotenziale überbrückt werden. Folge ist, dass der Fahrdraht reißt. Kurzschlüsse werden fast immer durch Fremdeinwirkung verursacht, z.B. durch Vögel oder Äste, in Tunneln auch durch metallbeschichtete Luftballons. Seltener können auch defekte Isolatoren oder Stromabnehmer der Züge die Ursache von Kurzschlüssen sein. 

Größere Störungen an den Oberleitungen gibt es immer wieder nach Unwettern durch Blitzeinschläge oder wenn Bäume oder Äste auf die Oberleitung fallen. Statistisch gesehen kommt es in den 2750 km langen Oberleitungsanlagen im Großraum München zu etwa vier Störungen pro Woche, die den Bahnbetrieb beeinträchtigen. Hauptursachen sind Fremdkörper und Unwetter.

Im Bahnhof Rosenheim kam es am 25. August mindestens zum zweiten Mal zu einem gerissenen Fahrdraht über einem stehenden Zug des Meridian. Die DB Netz AG wird gemeinsam mit dem Betreiber des Meridian untersuchen, ob die Ursache eventuell mit dem Zug zusammen hängt. Bei dem gerissenen Fahrdraht wurde kein Fremdkörper als Ursache gefunden. Es gab auch keinen Hinweis auf eine Vorschädigung der Oberleitung.

Zur Wartung und Instandhaltung der Oberleitungen 

Die 2750 km langen Oberleitungsanlagen im Großraum München werden kontinuierlich inspiziert und bei Bedarf instand gesetzt. Die Inspektion (= Zustandsprüfung) findet je nach Belastung der Strecke alle 6 - 24 Monate statt. Eine große Hauptuntersuchung wird je nach Belastung alle 4 - 10 Jahre durchgeführt. Mängel werden aufgrund der Befunde aus der Inspektion zeitnah beseitigt. Turnusmäßig werden die Oberleitungen auch komplett erneuert. Eine solche Erneuerung der Oberleitung fand in diesem Frühjahr zwischen Rosenheim und Grafing Bahnhof statt."

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Michaela M.

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