Das rät die Polizei

Vermisste Person? Das können Sie als Angehöriger tun

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Es ist eine Horrorvorstellung, wenn ein naher Angehöriger oder ein guter Freund plötzlich verschwindet. Was können Sie tun wenn Ihr Freund seit Stunden keinen Ihrer Anrufe beantwortet oder Ihr Kind nicht zum Abendessen erscheint?

Immer wieder werden auch in unserer Region Menschen vermisst.. Manche der Vermisstenfälle wurden zum Glück aufgeklärt. Ein vermisster 75-Jähriger aus Altötting hatte sich lediglich verlaufen und tauchte nach nur wenigen Stunden wieder auf. Glücklos ging die Suche nach einem 55-jährigen Penzberger aus. Er wurde zwei Tage nach seinem Verschwinden tot in seinem Wagen aufgefunden. 

Anfang August galten über 5700 Menschen in Bayern als vermisst. Grundsätzlich kann jeder Mensch "verlorengehen". Schlimm ist dieses Szenario vor allem für Angehörige, die wartend zu Hause ausharrend und den Grund für das Nicht-Erscheinen des geliebten Menschen nicht erfassen können. Steht SIE nur im Stau, hat ER den Bus verpasst...? 

Bei vermissten Kindern sofort die Polizei informieren!

Viele Menschen wissen nicht, wie sie richtig handeln, wenn ein geliebter Mensch nicht erreichbar ist. Bei Anton Huber von der Pressestelle der Polizeiinspektion Rosenheim fragten wir nach, welche Schritte Sie unternehmen können. 

"Wir müssen natürlich zuerst unterscheiden, ob es sich um ein Kind oder ein Erwachsenen handelt.", bemerkte Huber. "Wenn ein Kind nicht wie vereinbart zum Abendessen erscheint, ist es ratsam, dass die Eltern umgehend die Polizei einschalten." Dies sei deshalb wichtig, weil Kinder sich nicht ohne elterliche Erlaubnis irgendwo außer Haus aufhalten dürften

Präventiv sollten Eltern ihren Kindern einbläuen, sich außerhalb des Zuhauses regelmäßig telefonisch oder via Textnachricht zu melden. Man solle zudem geeignete Treffpunkte zum Abholen mit den Kindern vereinbaren.

Handelt die Polizei wirklich erst nach 24 Stunden? 

Bei Erwachsenen sehe die Sache schon anders aus. "Erwachsene können gehen, wohin sie wollen; auch ohne irgendjemanden darüber zu informieren.", erklärt Huber weiter. Deshalb gestalte sich der Sachverhalt hier schwieriger. 

Huber räumte allerdings gleich auf mit einem weit verbreiteten Mythos: "Dass jemand 24 Stunden vermisst sein muss, bevor die Polizei eingreift, ist Schwachsinn." Situationsbedingt entscheide die Polizei, ob und ab wann eingegriffen wird.

Diese 3 Dinge sollten Sie tun:

1. Das Umfeld kontaktieren

Wenn ein Erwachsener einige Stunden nicht erreichbar ist, gilt er nicht automatisch als vermisste Person. Vielleicht war nur der Akku vom Handy leer oder es wurde im Büro vergessen. Deshalb gilt: Ruhe bewahren und zuerst das Umfeld der betreffenden Person abtelefonieren. Vielleicht wissen die Kollegen oder Freunde Bescheid, wo sich die nicht erreichbare Person aktuell aufhält. 

2. Eine Suchanfrage bei sozialen Netzwerken schalten

Über Facebook erreicht man in kürzester Zeit Massen an Menschen. Darum kann es durchaus helfen, an Informationen zu kommen, wenn man einfach einen kurzen Text auf seinem Facebook-Account postet, in dem man wichtige Details zum Verschwinden der Person festhält. Zum Beispiel wo und wann der Vermisste zuletzt gesehen und wann mit ihm/ihr zuletzt gesprochen wurde). 

3. Die Polizei informieren

Zudem sollte man die nächstgelegene Polizeistation über das Verschwinden des Angehörigen in Kenntnis setzen. Die Polizei wird dann das private Umfeld des Vermissten noch einmal gründlich absuchen und alles in ihrer Macht stehende tun, den Vermissten schnellstmöglich aufzufinden.

amj

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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