So ist die Lage in den Städten

Aggressives Betteln bleibt auch in der Region Thema

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Landkreis - Viele deutsche Städte haben ihre Maßnahmen gegen aufdringliche Bettler verschärft. Wir haben bei den Städten der Region nachgefragt, ob sich auch hier etwas an der Situation verändert hat:

Wenn Passanten belästigt werden oder versucht wird, mit Kindern Mitleid zu erregen, schreiten die Ordnungshüter in deutschen Städten in letzter Zeit öfter gegen Bettler ein. Diejenigen, die beispielsweise nur mit einem Schild um Almosen bitten, leiden dabei oft unter den Methoden der aufdringlichen "Kollegen".

Unterschiedliche Definitionen der Städte

Mit unterschiedlichsten Methoden, zum Beispiel mit der "Klemmbrett-Masche" oder durch das Ausnutzen von Kindern, wird in den deutschen Städten gebettelt. Jede Stadt hat dabei eine andere Definition von aggressivem Betteln und dementsprechende Strafen.

Die härtesten Maßnahmen nutzt hier die Stadt Nürnberg. Eine Anzeige und Geldbußen zwischen 50 und 550 Euro kommen dort auf illegale Bettler zu. Wer nicht zahlt, könne in Erzwingungshaft kommen, erklärte eine Polizeisprecherin gegenüber der dpa. 

Auch in Salzburg wurde es der Stadt im Mai 2015 zu viel. Die Verwaltung beschloss für viele Bereiche der Stadt ein strenges Bettelverbot, nachdem sich Touristen, Passanten und Geschäftsleute durch das Betteln belästigt fühlten.

Lage in Mühldorf und Traunstein

In unserer Region dagegen hat sich die Lage in der letzten Zeit nicht verschärft. Auf Nachfrage erklärte Monika Fesl für die Stadt Mühldorf: "Im Moment haben wir kein erhöhtes Aufkommen an Bettlern und sehen daher auch keinen besonderen Handlungsbedarf".

Ähnlich ist die Lage auch in Traunstein. Pressereferentin Carola Westermeier erklärte im Gespräch mit chiemgau24.de: "Derzeit gibt es kein besonderes Problem mit aggressivem Betteln." Sie betont aber die gut funktionierende Zusammenarbeit zwischen Stadt, Bürgern und Polizei und bedankt sich dafür bei den Ordnungshütern.

Nehmen Bürger verdächtige Handlungen war, würde die Polizei einschreiten und im Einzelfall entscheiden, ob das Betteln als illegal einzustufen ist. Als Strafe würde meist ein Platzverweis erteilt. Außerdem könne man illegalen Bettlern ihre meist einzigen finanziellen Mittel, also das erbettelte Geld, abnehmen. "Das tut ihnen am meisten weh", so Westermeier. 

Keine Unterscheidung in Rosenheim

In Rosenheim stellt sich die Lage ein wenig anders dar. Hier gilt: "Bei der Ahndung wird nicht unterschieden ob das Betteln aktiv oder passiv erfolgt", informiert Pressesprecher Christian Schwalm. Geahndet würden Verstöße gegen das Bettelverbot, welches in der Sondernutzungssatzung verankert ist, überwiegend über Platzverweise.

Auf die zunehmende Professionalisierung der Bettlerbanden reagiere die Stadt mit regelmäßigen Kontrollen durch den städtischen Ordnungsdienst. "Auch die polizeiliche Sicherheitswacht hat ein Auge auf dieses Thema." schließt Schwalm ab.

Bettler auch in Altötting und Reichenhall weiter Thema

In Altötting verzeichnet man momentan kein erhöhtes Aufkommen an Bettlern. Aber: "Es ist ein Thema", sagt Rainer Steinbrecher vom Amt für öffentliche Sicherheit und Ordnung. Bei Fällen von aggressivem Betteln, die schubweise immer wieder auftreten, würden die Personen angezeigt, so Steinbrecher. Das stille Bitten um Almosen würde von den Ordnungshütern aber weitgehend geduldet.

Katrin Dennerl von der Pressestelle der Stadt Bad Reichenhall erklärt: "Ein Bettelverbot in der Reichenhaller Fußgängerzone existiert und wird seit Jahren vollzogen." Das Problem von gewerbsmäßigen Bettlern, besonders in der publikumsintensiven Urlaubszeit sei allerdings "ein flächendeckendes Phänomen und nicht auf Bad Reichenhall beschränkt", so Dennerl.

Wie die meisten anderen Stadtverwaltungen rät auch sie: "Da das Geld zumeist nicht bei den Menschen ankommt, die es wirklich benötigen, sondern an Hintermänner fließt, ist dringend davon abzuraten, den Bettlern Geld zu geben."

Simon Lenze

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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