Kellerbrand in Großkarolinenfeld

"Bis an die Grenzen der Schutzausrüstung"

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Kellerbrand in Großkarolinenfeld am Donnerstag Abend
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Großkarolinenfeld - Starke Rauchentwicklung und immer wieder Explosionen aus dem Keller. Wie lebensgefährlich der Brand am Donnerstag Abend für die Einsatzkräfte vor Ort wirklich war:

Am Donnerstag Abend gegen 18 Uhr ereignete sich in Großkarolinenfeld ein Brand in einem Wohnhaus. Wie sich noch während der Löscharbeiten herausstellte, waren im Keller des Anwesens Feuerwerkskörper gelagert, die die Einsatzkräfte vor Ort zusätzlich auf Trapp hielten. Welche Gefahr die Silvesterböller für die Feuerwehrleute vor Ort wirklich darstellten, erklärt Kreisbrandrat Richard Schrank im Gespräch mit rosenheim24.de

"Schwarzpulver brennt bei weit über 1.000 Grad"

"Die Brandursache des Feuers in Großkarolinenfeld ist noch nicht eindeutig. Im Moment beschäftigen sich die Spezialisten mit den Ermittlungen", erklärt Richard Schrank. Aufgrund der Spuren konnte der Keller jedoch als Brandraum eindeutig identifiziert werden, so der Kreisbrandrat weiter. Die Feuerwehr geht zusätzlich davon aus, dass in den Räumlichkeiten eine "mehr als übliche Menge" an Feuerwerkskörpern vorhanden war. "Genaueres ist aber nach dem Brand wohl nicht mehr feststellbar", so Schrank.

"Lieber nehmen wir bei solchen Szenarien einen höheren Sachschaden in Kauf, bevor wir Personenschäden bei den Einsatzkräften zu verzeichnen haben", so Richard Schrank weiter. Kommt es wie im Fall des Brands in Großkarolinenfeld zu Verpuffungen oder Explosionen, stehe der Selbstschutz der Retter ganz klar im Vordergrund. "Schwarzpulver zum Beispiel verbrennt mit weit über 1.000 Grad, fast schon 2.000 Grad", erklärt der Fachmann aus Rosenheim; "Da kommt die persönliche Schutzausrüstung schnell an ihre Grenzen."

Auflagen und Verordnungen zur Brandverhütung

Auch andere Stoffe können sich schnell zu einer Gefahr für die Retter vor Ort entwickeln: "Zum Beispiel auch Spraydosen können sich zu lebensgefährlichen Geschossen unter Hitzeeinfluss verwandeln", so Richard Schrank. In speziellen Schulungen lernen die Feuerwehrleute den Umgang mit den brandfördernden Mittel. Im Fall vom Brand in Großkarolinenfeld lobt Schrank das richtige Verhalten der Kräfte vor Ort. Zuerst den Brand kühlen und dann weiter beobachten.

Nicht nur im gewerblichen, sondern auch im privaten Raum verweist Richard Schrank dabei auf die Verordnung zur Brandverhütung der Bayerischen Staatsregierung: "Was nur wenige Leute wissen, in Garagen oder Kellern dürfen nur bestimmte Mengen an Treib- oder Brennstoffen gelagert werden", erklärt der Kreisbrandrat.

Bilder vom Einsatz in Großkarolinenfeld

Großkaro: Explosionen im Wohnhaus-Keller

Auch in Zukunft will Schrank seine Kräfte für solche Präzedenzfälle weiter vorbereiten. Glücklicherweise kam es bei den Löscharbeiten zu keinen Verletzungen beim Einsatzpersonal. Lediglich ein Bewohner, der versucht hatte den Brand selbst unter Kontrolle zu bringen, erlitt Verletzungen und musste ins Krankenhaus verbracht werden.     

 

Quelle: rosenheim24.de

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