Kleines Mädchen ganz groß

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Mädchen mit großem Kämpferherz: Melissa freut sich schon auf den Chiemsee.

Rosenheim/Gstadt - Die Resonanz auf die OVB-Weihnachtsaktion "Gemeinsam für krebskranke Kinder" für das Irmengardhof-Projekt in Mitterndorf ist weiterhin groß. Gestern kletterte die Summe auf über 375.000 Euro.

Im Irmengardhof am Chiemsee wird ab Sommer 2011 - dann soll der erste Bauabschnitt der Nachsorge- und Ferieneinrichtung fertig sein - unbürokratisch und unkompliziert Kindern und Familien geholfen, die mit einer schweren Krankheit fertig werden müssen. Leider ist auch Melissa (13) von so einem Schicksal betroffen.

Mandelentzündungen sind unangenehm und schmerzhaft, aber nichts Ungewöhnliches. Vor zwei Jahren war das auch bei Melissa so - zunächst jedenfalls. Über die Weihnachtstage hatte sie sich etwas eingefangen, musste die Ferien im Bett verbringen. Als sich die Entzündung aber trotz der Medikamente verschlimmerte, wurde ihr Blut abgenommen. "Das war am 2. Januar, gleich nach Silvester", erinnert sie sich noch genau.

Nach der Laboranalyse sollte sie für viele Wochen nicht mehr heimkommen. Es begann eine lange Zeit mit unzähligen Klinikaufenthalten. Denn die schlimme Diagnose lautete: Leukämie.

Während ihre beiden großen Schwestern sich zu Hause um alles kümmerten, wich Melissas Mama nicht mehr von der Seite ihrer jüngsten Tochter. Zumal gleich die nächste Hiobsbotschaft eintraf: Leukämie wird in drei Risikogruppen eingeteilt - Melissa kam in die höchste.

"Weil ich Krankenschwester bin, lief in meinem Kopf nach der niederschmetternden Diagnose ein ganzer Film ab. Es war schrecklich! Die Einzige, die niemals den Mut zu verlieren schien, war Melissa. Während der vielen Monate ihrer Behandlung war sie immer meine größte Stütze", berichtet die Mama.

Zusätzlich zur Chemotherapie musste Melissas kleiner Körper auch noch hochdosiertes Cortison verkraften. Dadurch sind die Knochen des Mädchens so porös geworden, dass es auch jetzt noch im Rollstuhl sitzen muss. Aber auch das nimmt die Kleine ganz gelassen: "Ich mache ja jetzt Krankengymnastik, und meine Knochen erholen sich Stück für Stück. Dann kann ich sicher bald wieder alles machen."

Eine ganz schlimme Zeit waren die vielen Wochen in Isolation. Um Melissa vor Keimen zu schützen, durfte sie nur der engste Familienkreis im Krankenhaus besuchen. Lediglich übers Internet konnte das Mädchen mit einem Laptop Verbindung zu ihren Schulfreundinnen und -freunden halten. "Am schönsten war für mich, wenn ich basteln konnte. Ich hab einfach alles gebastelt, und meine Mama ist oft gekommen, um mit mir zu lernen - damit ich den Anschluss in der Schule nicht ganz verpasse", schildert sie diese ersten Wochen und Monate nach der Diagnose.

Den Unterricht kann sie inzwischen wieder besuchen. Anfangs waren es nur zwei Stunden in der Woche. Doch inzwischen ist sie wieder voll dabei, obwohl das mit dem Rollstuhl gar nicht so einfach ist. Das Klassenzimmer liegt im ersten Stock, ein Treppenlift wurde erst zu Beginn des Schuljahres eingebaut. Aber der Rückhalt in der Klasse ist groß - und dass Melissa unter den Klassenkameraden sehr beliebt ist, hilft ihr ungemein.

"Sicher kannst du bald wieder joggen gehen, dann drehen wir gemeinsam am Irmengardhof eine Runde um den Chiemsee", macht dem Mädchen ein Mitarbeiter der Björn-Schulz-Stiftung Mut, die das Projekt in Mitterndorf mit Hilfe der OVB-Weihnachtsaktion stemmt. Melissas Lächeln lässt keinen Zweifel daran, dass ihr Lebensmut und ihre Stärke auch nach zwei Jahren Kampf mit ihrer Krankheit noch lange nicht erschöpft sind. Auf Wiedersehen in Mitterndorf! ls/dk

OVB-Weihnachtsaktion 2010

Die Namen der Spender und

Bildberichte finden Sie

heute auf Seite 11.

Quelle: rosenheim24.de

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