Kini-Ausstellung endet mit Besucher-Rekord

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Ein Blick in die Ausstellung

Herrenchiemsee - Der König verkauft sich - mit einem Besucherrekord geht an diesem Sonntag die Ausstellung über Ludwig II. auf Schloss Herrenchiemsee zu Ende. Einige Exponate waren wohl besonders interessant.

Das glücklose Leben und der mysteriöse Tod von König Ludwig II. (1845-1886) haben dem Haus der Bayerischen Geschichte den bisher größten Erfolg seiner jährlichen Landesausstellungen beschert. Rund 570 000 Besucher werden die Ausstellung im nicht vollendeten Teil von Schloss Herrenchiemsee gesehen haben, wenn sich am Sonntagabend die Pforten schließen. Prunkstück war ein Paradeschlitten, in dem der gemütskrank gewordene König stundenlange nächtliche Ausfahrten unternommen haben soll.

“Unser Konzept ist aufgegangen. Viele Menschen wollten den bisher nicht zugänglichen Teil des Schlosses sehen und zugleich die Ausstellung besuchen“, sagte der Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte, Richard Loibl, am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. “Auch dass wir Kindheit, Regentschaft und Tod Ludwigs in einem Drama in fünf Akten erzählt haben, hat sich bewährt.“

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hatte die multimedial aufbereitete Schau “Götterdämmerung. König Ludwig II.“ zum 125. Todestag des Wittelsbachers am 13. Mai eröffnet. Die Besucher konnten dabei erstmals den nie fertig gebauten Gebäudetrakt des Schlosses im Stil von Versailles betreten. Die unverputzten Ziegelwände und von der Decke ragenden Holzbalken gaben das ideale Äußere für eine Ausstellung über das nicht einfache Leben des Monarchen ab.

Die Ludwig-Ausstellung zog Schlossbesucher wie ein Magnet an. “Im Vergleichszeitraum zu früheren Jahren kamen fast doppelt so viele Menschen zu den Führungen“, berichtete Loibl. Dies freute übrigens auch das Traditionsunternehmen Fessler, das als Betreiber der Chiemsee-Schifffahrt jeden einzelnen Besucher auf die Insel brachte und wieder zurückfuhr. “Der Besuch der Ausstellung wurde so für die Gäste zu einem Gesamterlebnis Herrenchiemsee“, erläuterte Loibl.

Neben den 3D-Simulationen über die geplanten, aber nie gebauten Schlösser Ludwigs II. interessierte die Besucher der Ausstellungsteil über den ungeklärten Tod des Königs am meisten. Sie drückten sich die Nasen an den Vitrinen etwa mit dem Gutachten platt, das den Adligen für verrückt erklärte. “Alle wollten die Beweisstücke sehen“, so der Chef vom Haus der Bayerischen Geschichte. Dabei beteiligten sich die Ausstellungsmacher bewusst nicht an den zahlreichen Verschwörungstheorien über eine Ermordung Ludwigs II.

Zu den Exponaten gehörte auch ein Gewehr, das manche Königstreue noch heute für jene Waffe halten, mit der Ludwig erschossen worden sein soll. “Manche Besucher klebten Zettel mit der Aufschrift “Das ist die Mordwaffe“ auf die Vitrine“, erzählt Loibl schmunzelnd. “Es ist ein Luftgewehr“, klärt er jedoch auf, “damit hätte niemand den König erschießen können.“

Ein Kind habe Ludwig II. mit Schwimmflügeln ins Gästebuch gemalt und dazu geschrieben, dass der König damit ausgestattet nicht untergegangen wäre. Bekanntlich ertrank der Monarch am 13. Juni 1886 im Starnberger See - so zumindest die offizielle Version.

Während die teils zuvor nie gezeigten Exponate in den nächsten Tagen an ihre Stammplätze zurückkehren, laufen die Vorbereitungen für die Landesausstellung 2012 auf vollen Touren. Die Schau “Verbündet - Verfeindet - Verschwägert. Bayern und Österreich“ (27. April bis 4. November) rückt in Burghausen und den beiden Ausstellungsorten Mattighofen und Ranshofen jenseits der Grenze das Verhältnis der beiden Alpenländer zurecht. “Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit unseren österreichischen Nachbarn“, sagte Loibl.

Die Schau spannt einen Bogen vom Sklavenhandel im frühen Mittelalter über die Kunstschätze in den österreichischen Klöstern bis hin zu den Konflikten zwischen Bayern und Österreich in der jüngeren Geschichte. 2013 widmet sich die Landesausstellung in Schweinfurt dem Thema “Main und Meer“. Die Schau, so Loibl, zeige unter anderem die lange Schifffahrtstradition an dem Fluss auf, der Bayern mit dem Meer verbindet.

dpa

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