Pronold gegen Jusos

Chaos bei der Bayern-SPD: "Rotziger Tonfall!"

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Unbeliebt bei den bayerischen Jusos: Florian Pronold und Sigmar Gabriel.

München - Ein offener Brief des Juso-Landesvorstands sorgt für Unruhe bei der Bayern-SPD. Der Landesvorsitzende Florian Pronold fordert eine Entschuldigung vom Parteinachwuchs.

Es ist ein offener Brief, der hohe Wellen schlägt. Am Dienstagmorgen posteten die Jungsozialisten ein kritisches Schreiben an den Bundesparteivorsitzenden und Vizekanzler Sigmar Gabriel auf Facebook, das mittlerweile über 160-mal geteilt wurde.

Wir haben Sigmar Gabriel in einem offenen Brief geschrieben, was wir von deutschem Chauvinismus und seinen populistischen Äußerungen zu Griechenland halten: Gar nichts! Hoch die internationale Solidarität!

Posted by Jusos Bayern on Montag, 15. Juni 2015

In dem Brief heißt es: "Lieber Sigmar, es reicht".  Empört zeigt sich der bayerische Juso-Landesvorsitz über einen Gastbeitrag des Vizekanzlers in der BILD-Zeitung. Sie werfen ihm vor, ausgerechnet in der BILD etwas zur Griechenland-Krise geschrieben zu haben, die "mit blanker Hetze gegen 'die faulen Griechen' die Stimmung an den deutschen Stammtischen anheizt'-

Den Jusos reiche der "deutsche Chauvinismus und die süffisante Überheblichkeit" in der Griechenland-Debatte, die sie auch in Gabriels Gastbeitrag herausgelesen haben. Sarkastisch heißt es in dem Brief: "Mit deinem Gastbeitrag (...) hast du dich aber in vielerlei Hinsicht selbst übertroffen." Ihrem Parteichef werfen sie "blanken Populismus" und einen plumpen Debattenbeitrag vor, er fische im "trübbraunen Wasser".

Reaktion von Pronold: "Rotziger Tonfall"

Diese Kritik lässt wiederum der SPD-Landesvorsitzende Florian Pronold nicht gelten. Über die Facebook-Seite der Bayern-SPD wirft er den Jusos einen "rotzigen Tonfall" in dem Brief vor und fordert eine Entschuldigung für die "unsachliche und ehrenrührige Kritik" an Sigmar Gabriel.

Unser Landesvorsitzender Florian Pronold kommentiert den offenen Brief der Jusos Bayern an Parteichef Sigmar Gabriel wie...

Posted by BayernSPD on Dienstag, 16. Juni 2015

Als parlamentarischer Staatssekretär ist er selber Teil der Bundesregierung und verteidigt die Krisenpolitik: "Die SPD-Führung mit Sigmar Gabriel und Martin Schulz an der Spitze tut alles, was möglich ist, um dem griechischen Volk zu helfen und Griechenland im Euro zu halten. Wir wollen eine gemeinsame Lösung und Hilfe für Griechenland. Genau das wird durch das Verhalten der aus Links- und Rechtspopulisten bestehenden griechischen Regierung torpediert, die keine Zusage bisher eingehalten hat."

Shitstorm im Kommentarbereich gegen Pronold

Diese Antwort von Pronold führte dann erneut zu heftigen Gegenreaktionen im Kommentarbereich auf Facebook. Aufgebrachte Jusos kommentierten Pronolds Antwort auf den Juso-Brief am Dienstag. Ein Juso etwa schrieb:"Ist das ein Witz, Florian. Not my Landesvorsitzender" und erhielt dafür über 80 Gefällt-mir-Klicks. Ein anderer meint: "Sigmar Gabriel kann echt froh sein, noch einen so treuen Paladin zu haben." Ebenfalls viel Zustimmung erhielt dieser Kommentar: "Wer hätte gedacht, dass es Florian Pronold schafft, nochmal unbeliebter bei den Jusos zu werden, als er es eh schon ist." 

mg

Quelle: rosenheim24.de

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