Konzert-Reihe: "Zurück zur Zukunft"

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Am 13. Juni 2011 jährt sich zum 125. Mal der geheimnisvolle Tod König Ludwigs II. im Starnberger See. Die Herrenchiemsee Festspiele vom 11. bis 24. Juli zollen diesem Anlass Tribut.

Als Höhepunkt zahlreicher Gedächtnis-Veranstaltungen darf dabei die Landesausstellung "Götterdämmerung. König Ludwig II." gelten, mit welcher der Freistaat Bayern das Leben und Wirken des "Märchenkönigs" würdigt.

Die Herrenchiemsee Festspiele vom 11. bis 24. Juli zollen diesem Anlass ebenfalls Tribut. Denn König Ludwig II. in allen Facetten seiner rätselhaften Persönlichkeit war und ist eine beständige Inspiration für das Festival. Seine leidenschaftliche Begeisterung für technische und künstlerische Innovationen erwies sich als ein ebenso ergiebiges Thema wie seine Flucht in die Vergangenheit architektonischer Traumwelten. Sein tatkräftiges Eintreten für Natur- und Denkmalschutz motiviert nicht minder wie die in seiner Ära vollzogene Umgestaltung Bayerns vom Agrarstaat zum modernen Wirtschaftsstandort. Ludwig bleibt - gerade in den Kontrasten und scheinbaren Widersprüchen - eine faszinierend aktuelle Gestalt.

11. bis 24. Juli

Das Programm 2011 nimmt diese schöpferische Ambivalenz zum Thema. Das Motto lautet "Zurück zur Zukunft" und reflektiert damit einen zentralen Wesenszug des Königs und seiner Epoche: den Rückgriff auf alte Formen und Motive, um damit das Kommende zu gestalten - und umgekehrt den Einsatz modernster Techniken, um Vergangenes wieder erstehen zu lassen. Nichts anderes leistet die Kunst. So ist im Schaffen Richard Wagners die Synergie von Mythos und "Zukunftsmusik" allgegenwärtig. Giuseppe Verdi nutzte William Shakespeares Dramen, um der italienischen Oper neue Dimensionen zu geben. Und auch "Brahms, der Progressive", wie ihn Arnold Schönberg nannte, ist undenkbar ohne die Verschmelzung alter Formen mit visionären Entwicklungsstrukturen.

Das Programmkonzept der Festspiele nimmt all dies auf und greift darüber hinaus. Im Zentrum stehen Komponisten aus Ludwigs Zeit, darunter auch Künstler der französischen Romantik, denn Frankreichs Intellektuelle waren dem Bayernkönig und Richard Wagner in besonderem Maß verbunden. Von Interesse sind aber auch Schöpfungen des frühen 20. Jahrhunderts: Musik an der Grenze zwischen romantischem Ideal und den Verwerfungen der neuen Epoche. Ebenso interessiert die Kunst der Renaissance, die gerade in ihrer Beschwörung der Antike der Musik den Weg in die Zukunft wies. Aber auch der Märchenkönig selber ist Festspiel-Thema: in einem ihm gewidmeten Gedächtnisprogramm mit Bach-Kantaten - und in der Wiederaufnahme der umjubelten "Zauberflöten"-Produktion von 2010, in der Ludwig als Spielmacher agiert.

Die Nachfrage ist so groß, dass viele Konzerte schon ausverkauft sind. Für folgende Konzerte gibt es noch Karten: Das Konzert am Dienstag, 12. Juli, im Münster Frauenchiemsee kontrastiert Responsorien des Renaissance-Komponisten Carlo Gesualdo mit Kompositionen der modernen russischen Komponistin Sofia Gubaidulina. Es musizieren der Kammerchor München unter der Leitung von Philipp Amelung sowie das Münchener Kammerorchester.

Ebenfalls im Münster Frauenchiemsee präsentieren der hochrenommierte Taverner Consort unter Andrew Parrott am Mittwoch, 13. Juli, Musik von Monteverdi, nämlich die Messe "In illo tempore" sowie Auszüge aus den "Selva morale e spirituale".

"Siegfried-Idyll"

"An Eurydike" ist ein Konzert im Spiegelsaal des Schlosses Herrenchiemsee am Montag, 18. Juli, betitelt, in dem Wagners "Siegfried-Idyll" und die "Wesendoncklieder" eine reizvolle Kombination bilden mit Strawinskys "Pulcinella-Suite", in der Strawinsky Motive von Pergolesi verwendet, und der Solokantate "Nel chiuso centro", einer Kantate auf den Orpheus-Mythos von ebendiesem Pergolesi,. Es singen Christiane Oelze und Ann-Katrin Naidu, es spielt das Münchener Kammerorchester unter Alexander Liebreich. Im Mittelpunkt des Orchesterkonzertes am Mittwoch, 20. Juli, steht das Violinkonzert von Erich Wolfgang Korngold (Solo: Vadim Gluzman), das umrahmt wird vom "Intermezzo" von Richard Strauss und Strawinskys "Feuervogel". Das Gstaad Festival Orchestra spielt unter Kristjan Järvi."Wi(e)der Wagner" heißt das Orchesterkonzert am Donnerstag, 21. Juli, in dem Wagners "Lohengrin-Vorspiel" dem Violinkonzert von Brahms und der d-Moll-Symphonie von César Franck gegenübergestellt wird.

Karten für diese Konzerte gibt es bei MünchenMusik, Telefon 089/936093. KJS/RWJ

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa (SYMBOLBILD)

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