Gastprofessur: Lehre im Geiste Ratzingers

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Papst Benedikt XVI. beschenkt auf dem Münchner Flughafen vor dem Rückflug nach Rom Kinder in Tracht welche ihm Blumen überreicht hatten. (Symbolfoto)

Regensburg - Die Universität Regensburg und die von ehemaligen Ratzinger-Schülern getragene Stiftung haben sich geeinigt. Ab 2011 soll es eine Gastprofessur geben, die im Geiste Ratzingers an der Universität lehrt.

Der Kreis der früheren Schüler von Benedikt XVI. finanziert künftig der Universität Regensburg eine jährlich neu zu besetzende Papst-Gastprofessur. In Regensburg war Joseph Ratzinger von 1969 bis 1977 Dogmatik-Professor, zuletzt war der heutige Papst damals auch Vizepräsident der Hochschule. Die Gastprofessur soll nach dem nun unterzeichneten Vertrag zwischen Uni und der Stiftung der Ratzinger-Schüler mindestens fünf Jahre existieren und immer im Sommersemester besetzt werden. Ein Gremium mit Vertretern der katholischen Fakultät und der Stiftung will für die Professur, die die Theologie im Geiste Ratzingers fördern soll, internationale Wissenschaftler auswählen. Erstmals soll im Jahr 2011 ein Forscher berufen werden.

Die Ratzinger-Schüler hatten im Jahr 2007 mit Zustimmung des Papstes die Joseph Ratzinger Papst Benedikt XVI.-Stiftung gegründet. Von Anfang an sei dabei die Einrichtung einer Gastprofessur ein wichtiges Ziel gewesen, erklärte der Vize-Vorsitzende Wolfram Schmidt. Die Kosten dafür seien bislang nicht genau zu beziffern, weil die Ausgaben je nach Gastprofessor variieren.

Nach Schmidts Angaben müssen es nicht zwingend katholische Theologen sein, die die Professorenstelle besetzen. Die Lehren Ratzingers seien auch bei anderen Konfessionen ein Thema. “Es darf ruhig auch ein Vertreter der evangelischen oder der orthodoxen Theologie ausgewählt werden“, sagte er.

Verwerfungen mit der muslimischen Welt

Bis zum heutigen Tag wird der Pontifex in Regensburg als Honorarprofessor der Hochschule geführt. Zuletzt hatte er 2006 als Papst die Universität besucht und dort eine später heftig umstrittene Vorlesung gehalten. Weltweit protestierten Muslime wegen eines Islam- kritischen Zitats in der Rede. Bereits vor drei Jahren wollte das Regensburger Bistum an der Uni eine Stiftungsprofessur einrichten, um das wissenschaftliche Werk Ratzingers zu dokumentieren. Wegen unterschiedlicher Vorstellungen zur Konzeption bei der Diözese einerseits und der Universität andererseits kam es allerdings nicht dazu. Das Bistum hatte deshalb dann ein eigenes Papst-Institut gegründet, um die gesammelten Werke Ratzingers für eine Buchreihe aufbereiten zu lassen.

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