Höchster Denkmalpflegepreis für Burghausen

Ältestes Zisterzienserkloster Bayerns erhält Gold 

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Burghausen - Die höchste Auszeichnung im Bereich der Denkmalpflege geht an das Kloster Raitenhaslach, wegen nicht alltäglicher Ingenieursleistungen. Insgesamt wurden sechs Preise verliehen.

Die Stadt Burghausen erhält höchste Auszeichnung vom Bayerischen Staat für die Ertüchtigung des Zisterzienserklosters Burghausen. Wegen „nicht alltäglicher Ingenieursleistungen“, so die Jury, hat die Stadt Burghausen am Donnerstagabend den Bayerischen Denkmalpflegepreis 2016 in Gold erhalten. Dies ist die höchste Auszeichnung im Bereich der Denkmalpflege, die  seit 2008 alle zwei Jahre verliehen wird.

Gespannt warteten 1. Bürgermeister Hans Steindl, Projektleiter und Geschäftsstellenleiter Werner Lechner, die beteiligten Architekten, Gebietsreferent Paul Huber und Raitenhaslachs Heimatpfleger Wolfgang Hopfgartner im Schloss Oberschließheim auf die Platzierung. „Wir wussten nur, dass wir einen Preis bekommen, aber nicht, dass es Gold sein wird“, beschreibt 1. Bürgermeister Hans Steindl den aufregenden Abend.

Jury entschied sich für sechs Denkmäler

Insgesamt wurden sechs Denkmäler ausgezeichnet. Die Bewerbung dafür musste von den jeweiligen Architekten bzw. Ingenieuren ausgehen, da bei der Preisvergabe „ein besonderes Augenmerk auf die Ingenieursarbeit“  gelegt wird, wie Dr.-Ing. Heinrich Schroeter, Präsident der Bayerischen Ingenieurskammer-Bau, bei der Begrüßung betonte. Es wurden drei Preise für private Bauwerke und drei Preise in Bronze, Silber und Gold für öffentliche Bauwerke ausgelobt. Für 41 Denkmäler lagen Bewerbungen vor. Der Bayrische Denkmalpflegepreis wurde dieses Jahr zum 5. Mal vergeben.

Die Jury begründet ihre Entscheidung vor allem mit dem „gestalterisch gelungenen Anbau des Erschließungstrakts mit seinen schlichten Formen, die Verstärkung der Deckenkonstruktion mit Trägern zwischen der Unterdecke und der eigentlichen Stockwerke und als Highlight die nahezu unsichtbare Verstärkung der Hängekonstruktion für die reich bemalte Wand im Papstzimmer“. 

Auszeichnung bestätigt die Bemühungen 

Bürgermeister Hans Steindl freut die Auszeichnung außerordentlich: „Uns ist hier der Erhalt des ältesten Zisterzienserklosters Bayerns im Zentrum von Raitenhaslach in besonderer Weise gelungen. Die Auszeichnung ist eine Bestätigung unserer Bemühungen in der Denkmalpflege, die wir im gesamten Stadtgebiet seit vielen Jahren leisten. Die Stadt Burghausen genießt beim Denkmalpflegeamt einen hervorragenden Ruf“.

Bei der Preisverleihung dankte Jury-Mitglied Dipl-Ing. Eduard Knoll der Weitsicht des Bürgermeisters, dieses historisch und architektonisch einmalige Gebäude 2003 erworben und damit gesichert zu haben, auch wenn noch kein eindeutiger Verwendungszeck abzusehen gewesen wäre. 

TU München als neuer Mieter

Staatssekretär Gerhard Eck (MdL) vom Bayerischen Staatsministerium für Bau und Verkehr hob in seiner Laudatio hervor: „Dies ist ein Beispiel wie verantwortungsvoll mit dem kulturellen Erbe umgegangen wird.Ich danke dem Stadtoberhaupt für das Rückgrat, den Sachverstand und das behutsame Vorgehen.“

Das Kloster Raitenhaslach wurde in kürzester Zeit von Ende 2011 bis Mai 2016 saniert  und durch die TU München seiner ureigenen Bestimmung zugeführt: Begegnung, Einkehr und Lehre. Als Akademiezentrum der TUM werden seit Juni 2016 Tagungen, Klausursitzungen und durch die Stadt Burghausen hochkarätige Kulturveranstaltungen im 1146 erbauten Kloster Raitenhaslach durchgeführt. Die TU München hat das Kloster Raitenhaslach von der Stadt Burghausen als Mieter für die nächsten 25 Jahre übernommen.

Der Denkmalpflegepreis in Silber ging an die Pfarrkirche St. Maria Loreto in Kirchdorf bei Haag. Mit Bronze wurde die Nördliche Karlsbrücke in Nürnberg ausgezeichnet. Die 1486 aus Sandstein erbaute Brücke wurde in den vergangenen 83 Jahren fortdauernd saniert. Mit der Preisvergabe erhielt die Stadt Burghausen eine Bronzetafel, die die Auszeichnung öffentlich ausweist. Im Dezember soll die Tafel am Kloster Raitenhaslach feierlich angebracht werden.

Pressemitteilung Stadt Burghausen

Quelle: rosenheim24.de

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