Über 600.000 Euro in der Tasche

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Traunstein - Wegen des Verdachts auf Geldwäsche hat die Bundespolizei einen chinesischen Staatsangehörigen verhaftet. Der Mann hatte in einem Fernreisezug nach Salzburg über 600.000 Euro bei sich.

Der Vorfall ereignete sich bereits in der vergangenen Woche, am 21. Januar. Um die Ermittlungen nicht zu gefährden, gaben die Bundespolizeiinspektion Rosenheim und das Münchner Zollfahndungsamt die ersten Details zur Festnahme aber erst jetzt heraus:

Während der Zugfahrt wurde der Chinese auf Höhe Traunstein einer Routineüberprüfung unterzogen. Er soll laut Bundespolizei einen sichtlich nervösen Eindruck gemacht haben. Im Rahmen einer Bargeldkontrolle wurde ihm erklärt, dass er aus zollrechtlichen Gründen auch Zahlungsmittel über 10.000 Euro angeben müsse. Selbst auf Nachfrage der Bundespolizisten leugnete er, eine höhere Geldsumme mitzuführen. Bei der Durchsuchung seines Reisegepäcks kamen über zehn mit schwarzer Folie umwickelte Päckchen zum Vorschein. Wie sich herausstellte, waren in diesen etwas mehr als 600.000 Euro verborgen. Schlüssige Hinweise, woher die Banknoten stammten oder wofür sie verwendet werden sollten, erhielten die Beamten nicht.

Schnell erhärtete sich der Verdacht, dass mit dem Geld etwas nicht in Ordnung sei. Der Kontrollierte bemühte sich mehrfach, die beiden Bundespolizisten mit jeweils der Hälfte der Summe zu bestechen, wenn sie ihn nur laufen lassen würden. Anstelle auf das unmoralische Angebot einzugehen, nahmen die Beamten den Mann fest und zeigten ihn wegen des Verdachts der Geldwäsche und der Bestechung an. Die Geldscheine, die zusammen 16 Kilo auf die Waage brachten, wurden dem Zollfahndungsamt München übergeben, das die laufenden Ermittlungen führt. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft ordnete das Amtsgericht in Traunstein die Beschlagnahme des Bargelds und die Untersuchungshaft des Chinesen an.

Hintergrund zu „Bargeldkontrollen“ innerhalb der Europäischen Union:

Mit den sogenannten „Bargeldkontrollen“ verfolgen Zoll und Bundespolizei das Ziel, die Geldwäsche zu bekämpfen. Im Fokus der Behörden stehen dabei insbesondere Erlöse, die aus Straftaten, wie etwa Drogen- oder Menschenhandel, stammen und in den legalen Finanz- und Wirtschaftskreislauf eingeschleust werden sollen. Nach allgemeinen polizeilichen Erkenntnissen werden Gewinne aus solchen Delikten auch im Reiseverkehr von Land zu Land verbracht, um sie mit legalen Geldern zu vermengen. Auf diese Weise soll ihre Herkunft verschleiert und ein Zugriff der Strafverfolgungsbehörden verhindert werden. Zur Bekämpfung der Geldwäsche, die ein Phänomen der organisierten Kriminalität darstellt, überwachen Zoll und Bundespolizei den „Bargeldverkehr“ auch bei Reisen innerhalb der EU.

Pressemitteilung Bundespolizeiinspektion Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

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