Bürgerinitiative ernüchtert und enttäuscht von A8-Planungen

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Rohrdorf - Der Planungsdialog zum sechsspurigen Ausbau zwischen Rosenheim und der Landesgrenze ist beendet. Jedoch gibt es Kritik am Ergebnis.

Zwar ist der Planungsdialog beendet, in dem Anliegerkommunen, Bürgerinitiativen und Verbände gemeinsam mit zuständigen Behörden während der vergangenen zwei Jahre Vorschläge für den sechsspurigen Ausbau der Salzburger Autobahn erarbeitet haben. Von einem zufriedenstellenden Ergebnis der in Bayern erstmals angewandten Verfahrensweise ist allerdings nicht nur bei der Bürgerinitiative A8 Rohrdorf-Achenmühle keine Rede.

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Vielmehr sprach deren Vorsitzender Josef Schmid junior von "Ernüchterung und Enttäuschung" angesichts der rund 400 Meter langen Galerie, die im Bereich Achenmühle für Lärmschutz vorgesehen ist. "Das ist für uns noch zu wenig", brachte er bei der nur mäßig besuchten Jahreshauptversammlung im Dorfhaus Achenmühle die Stimmung auf den Punkt. "Unsere Erwartungen an den Planungsdialog waren höher.", schloss sich der Rohrdorfer Bürgermeister Christian Praxl an.

Ähnliche Töne schlug auch Wolfgang Mentzel, Sprecher der Bürgerinitiative A8 Frasdorf an. Dort sei man mit der Ausbauempfehlung ans Bundesverkehrsministerium, die für Frasdorf eine Kombination aus Galerieabschnitten und Einhausung vorsieht, "ganz und gar nicht zufrieden". Diese von oben vorgesetzte Lösung "dürfen wir uns nicht bieten lassen".

Unisono kündigten Josef Schmid und Christian Praxl an, mit allem Nachdruck auf eine Überarbeitung der Ausbauempfehlung zu drängen, die in den Planvorentwurf des Planfeststellungsverfahrens einfließend wird. Gemeinsam wollen sie auch in der Detailplanung auf einen "bestmöglichen Lärmschutz" für die Gemeindebürger anstelle des im Bundesimmissionsschutzgesetz festgeschrieben Standards pochen und hierfür bei Bedarf alle ihre Kontakte zu den politischen Entscheidungsträgern ausschöpfen. Die für Achenmühle vorgesehene Galerie über der südlichen Fahrbahn etwa müsse doppelt so lang ausfallen wie im Moment zugestanden, um auch in den etwas abseits der Autobahn beziehungsweise erhöht gelegenen Siedlungen wenigstens für eine zufriedenstellende Entlastung zu sorgen. In Spitzenzeiten rollen täglich bis zu 90.000 Fahrzeuge über die Ost-West-Achse aus der Vorkriegszeit.

Gemessen an der komplett offenen, sogenannten Bestandsvariante mit meterhohen Wällen und Wänden entlang des landschaftlich sensiblen Eingangs zum Chiemgau, welche die Autobahndirektion Südbayern im September 2008 im Turner Hölzl vorgestellt hatte, koste die 86 Millionen Euro teure Galerielösung rund 13 Prozent mehr. Währenddessen schlüge die auf 430 Meter abgespeckte Grünbrückenvariante der Bürgerinitiative mit etwa 99 Millionen Euro (plus 30 Prozent) zu Buche, rechnete Josef Schmid vor. Dieses Mehr um rund ein Drittel "ist aber für Achenmühle augenscheinlich nicht drin".

Eine wirklich optimale, weil auch in die Tiefe gehende Wirkung ließe sich seiner Ansicht nach ohnehin nur mit einer Eintunnelung beider Fahrbahnen erzielen. Doch diese und ähnliche Varianten waren in dem komplexen, wiederholt modifizierten Bewertungsverfahren mit Dutzenden unterschiedlich gewichteter Kriterien aus Kostengründen ausgeschieden. Wie beispielsweise die Grünbrückenvarianten und eine 1.330 Meter lange Einhausung zwischen Achenmühle und Daxa.

pil/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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