Streit um Bordell im Gewerbegebiet

Bordell im Aicherpark: Das sagt der Betreiber

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Freikirche und Bordell nebeneinander im Aicherpark. Der Betreiber des Freudenhauses pocht auf seinem Recht.
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Rosenheim - Das geplante Freudenhaus im Gewerbegebiet Aicherpark erhitzt die Gemüter auch weiterhin. Der Betreiber sieht das Recht aber in jedem Fall auf seiner Seite.

Das Haus in der Grubholzer Straße im Gewerbegebiet Aicherpark sieht von außen ganz unscheinbar aus. Neben einem Plakat an der großen Glasfront mit der Aufschrift "Brothaus" im ersten Obergeschoss, lässt nur noch ein weiterer Schriftzug rund um die Nutzung der Räumlichkeiten spekulieren. Um was es sich genau handelt, kann man aus dem Wort "Nocturn" jedoch nicht schließen. Bereits der Vormieter hatte sich den Namen ausgesucht.  Bis vor einiger Zeit war auf den knapp 1.300 Quadratmetern im 2. Obergeschoss über der evangelischen Freikirche nämlich noch ein Tonstudio zuhause. Künftig soll, zumindest wenn es nach dem Willen des Betreibers geht, dort einem anderen Gewerbe nachgegangen werden, nämlich dem ältesten der Welt.

Gewerbliche Kurz- und Langzeit-Zimmervermietung

Betreiber: Insgesamt 12 Zimmer auf knapp 1.300 qm sollen den Prostituierten die Arbeit so angenehm wie möglich machen.

Der Betreiber des künftigen Clubs mit 12 Zimmern für Prostituierte, ein Rosenheimer mit italienischen Wurzeln, erzählt im Gespräch mit rosenheim24.de von der Vorgeschichte zum umstrittenen Etablissement im Aicherpark. Nachdem er zusammen mit einem Kollegen die Idee zu einem Bordell bereits vor fünf bis sechs Jahren gehabt hatte, lief für die beiden anfangs noch alles rund. Die Stadtverwaltung schlug ihnen vor, den Betrieb im Gewerbegebiet anzusiedeln. Nach erfolgreicher Suche und Absprachen in Bezug auf die Nutzungsänderung der Räumlichkeiten mit dem Vermieter, dem Eigentümer und den Nachbarn, unterschrieben die Geschäftsleute den Mietvertrag. Der Antrag ging zur Stadt, die Betreiber begannen mit der Renovierung. Eine Ablehnung seitens der Verwaltung soll dann aber erst nach knapp drei Monaten erfolgt sein. Seither ruhen die Bauarbeiten.

Verwaltungsgericht erlaubt die Nutzung

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Der Betreiber kann die Argumente der Stadtverwaltung nicht nachvollziehen:"Wir haben uns an die Vorgaben gehalten. Zu einem Dialog, um eine Lösung zu finden, kam es nicht." Selbst das Verwaltungsgericht in München hatte der Nutzung zugestimmt. Die Argumente der Gegenseite lässt der Betreiber nicht gelten. "Wo soll ein Bordell denn sonst hin? Sollen wir lieber in die Innenstadt oder ein Wohngebiet? Beispiele für die Betriebe mitten in der Stadt gibt es in Rosenheim ja genug," erklärt der Betreiber weiter. Man habe sich ja ganz bewusst für den Standort im Gewerbegebiet und nicht im Mischgebiet entschieden.

Der Betreiber geht sogar einen Schritt weiter und zweifelt an, ob der Aicherpark der richtige Platz für eine Freikirche ist: "Ein Gewerbegebiet ist schließlich zum Arbeiten da."

Bilder aus den "Nocturn"

Bilder vom geplanten Bordell "Nocturn"

"Wir gehen bis zum Schluss"

"Hätten wir das Tonstudio zu einem Filmstudio gemacht, könnten wir wahrscheinlich schon längst drehen. Welche Filme wäre ja dann auch unsere Sache",  fasst der Betreiber sein Unverständnis über die Diskussion um das Bordells über den Räumen der Freikirche zusammen. Die Bedenken der Mitnutzer des Hauses tritt er entschlossen entgegen.

So hätten die Besucher beider Einrichtungen wenn überhaupt nur kurz Kontakt. Genauer gesagt nur auf dem Weg vom Hauseingang bis zum ersten Stock, im Treppenhaus oder im Aufzug. Die untere Zugangstür des Bordells, gegenüber vom Eingang zur Freikirche, stehe immer offen. Besucher seines Clubs gingen dann noch ein Stockwerk nach oben. Erst dort befinde sich dann die Klingel, um ins Innere des Betriebs zu gelangen

Nackte Haut sei dann definitiv erst hinter dieser weiteren Tür zu sehen. Den Großteil der Kunden erwarte der Betreiber außerdem erst zu späterer Stunde. Tagsüber, zu den Öffnungszeiten der Freikirche, kämen sowieso fast keine Kunden, so der Betreiber weiter.

Gespräche mit der Gegenseite sollen nicht einmal zustande kommen sein, die Gemeinde habe sich strikt geweigert. Kompromissbereit ist der Betreiber deswegen, auch wegen der Investitionen die er bereits im Haus getätigt hat, mittlerweile nicht mehr. "Wir gehen bis zum Schluss, in jede Instanz", gibt er offen zu.

Ob das Bordell im Aicherpark wirklich kommt, müsste nach dem Urteil des Verwaltungsgerichts nun der Verwaltungsgerichtshof prüfen. Die Begründung auf den Antrag zur Berufung wird von der Stadt aktuell erarbeitet.

Quelle: rosenheim24.de

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