Behindert und mittendrin

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Ein großer Augenblick für sie: Im September nahm in Oberaudorf eine einzigartige Inklusionsschule den Betrieb auf. Der Schule und der Förderstätte der Wendelstein-Werkstätten in Raubling ist die Weihnachtsaktion der OVB-Heimatzeitungen gewidmet. Das Motto diesmal: "Menschen mit Behinderung mitten unter uns".

Rosenheim/Mühldorf - "Menschen mit Behinderung mitten unter uns" - das ist das Motto der OVB-Weihnachtsaktion 2013. Sie ist zwei jungen Einrichtungen gewidmet:

Deren Strahlkraft geht weit über die Region hinaus: Zum einen der soeben eröffneten privaten Grundschule in Oberaudorf und der Förderstätte der Wendelstein-Werkstätten in Raubling. In Oberaudorf bilden Kinder mit und ohne Behinderung zwei Gemeinschaftsklassen - ein deutschlandweit einzigartiges Projekt. In Raubling wird die Förderstätte erweitert, die auch schwerst mehrfach behinderten Erwachsenen die Chance auf ein erfülltes Leben eröffnet.

Schon oft haben unsere Leserinnen und Leser gezeigt, dass sie Menschen in Not nicht im Regen stehen lassen. Ob es sich um Buben und Mädchen mit Krebserkrankungen dreht (wie 2010), um Familien, die von heute auf morgen ohne Mutter dastehen (2011), oder um verletzte Kinderseelen (2012) - stets ist die Resonanz auf die Weihnachtsaktion der OVB-Heimatzeitungen beeindruckend.

2013 geht es um täglich gelebte und beispielhaft verwirklichte Inklusion. Hinter diesem sperrigen Begriff (von lateinisch "inclusio", deutsch "Einschluss", "Zugehörigkeit") verbirgt sich etwas Wunderbares: das gesellschaftliche Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung, die den Alltag von allen bereichert.

Diese Idee steht auch hinter der neuen Schule mit Inklusion in Oberaudorf, die erst im September eröffnet worden ist und einen vielversprechenden Start hingelegt hat. Aber: Als staatlich genehmigte Ersatzschule wird die Private Grundschule Inntal zwar vom Freistaat unterstützt - die volle Förderung gibt es aber erst im dritten Jahr. Auch die Aufwendungen für das besondere Konzept muss die Schule selbst finanzieren.

Die Schule ist klein. Rund 40 Buben und Mädchen bilden zwei jahrgangsgemischte Klassen. Die Kinder ohne Förderbedarf sind in der Mehrheit, die Schüler mit Hindernissen beim Lernen stellen etwa ein Drittel. Keine Art der Behinderung wird kategorisch ausgeschlossen.

Die Schule geht auf eine nachhaltige Elterninitiative zurück. 2002 haben Väter und Mütter von Kindern mit Behinderungen in Rosenheim den Kindergarten "Sonnenschein" und drei Jahre später den Verein "Fortschritt" gegründet. Sie setzen bei der Betreuung und Förderung ihrer Kinder auf das ganzheitliche Petö-Konzept, das nach einem ungarischen Arzt benannt ist und von speziell geschulten Pädagogen umgesetzt wird.

Bewegung spielt dabei eine wesentliche Rolle. Deshalb gibt es jetzt in Oberaudorf die einzige Schule in Bayern, die täglich zwei Stunden Inklusionssport anbietet. Dass Vielfalt im Schulalltag kein Hemmnis sein muss, sondern eine Bereicherung für alle sein kann, ist inzwischen durch Studien belegt. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass von der Inklusion auch lernstarke Kinder profitieren.

Den Mensch in seiner Gesamtheit sehen, gemeinsam leben und lernen, die Persönlichkeit entfalten - darum geht es auch in der Förderstätte in Raubling. Dieser weitgehend eigenständige Zweig der Wendelstein-Werkstätten unter Trägerschaft der Caritas eröffnet schwerst mehrfach behinderten Erwachsenen, die mit dem Arbeitsalltag in der Werkstatt überfordert wären, die Chance, neben ihrem Zuhause einen zweiten Lebensraum zu erfahren - oder sie erspart ihnen, wenn es keine pflegenden Angehörigen gibt, sogar das Heim.

Auch die Förderstätte ist eine junge Einrichtung und in dieser Form einzigartig in der Region. Erst 2002 eröffnet, war sie schnell "ausgebucht" und zu 50 Prozent überbelegt. Deshalb wird jetzt erweitert. Statt sechs wird es bald zehn Gruppen geben, aus 36 Plätzen werden 60. Im Frühjahr soll die neue, größere Förderstätte fertig sein. Kosten: rund 1,6 Millionen Euro.

10 000 Euro Starthilfe von der Stiftung des OVB-Medienhauses

Ein Großteil wird finanziert, aber bei der Ausstattung der vier neuen Aufenthaltsräume und des Multifunktionsraumes müsste die Einrichtungsleitung ohne Spenden viele Anschaffungen streichen, die Betreuer, Therapeuten und behinderte Menschen in Raubling auf ihrem Wunschzettel haben. Diese Lücken soll die OVB-Aktion schließen.

Musik, Kochen, Bewegung, Spiel, Werken, dazu Therapien wie Kinesiologie oder Psychomotorik: Der Alltag in der Förderstätte ist bunt, das Angebot groß. Dabei soll die Atmosphäre so familiär wie möglich sein. Denn auch das ist ein Stück Lebensqualität.

Als Starthilfe für die Aktion "Menschen mit Behinderung mitten unter uns" steuert die OVB-Medienhaus-Stiftung 10 000 Euro bei.

Für die Aktion wurde je ein Konto bei der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling (78 78 2, BLZ 711 500 00) und bei der Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim-Chiemsee (88 49 900, BLZ 711 600 00) eingerichtet. Zahlscheine liegen der heutigen Ausgabe bei.

Neuer Mazda 3 zu gewinnen

Jede Leserspende ab einem Mindestbetrag von zehn Euro, die bis 31. Dezember 2013 auf den Spendenkonten eingeht, nimmt automatisch an der Verlosung eines Mazda 3 teil. Der Wagen wurde von City-Autopartner Kolbermoor, einem Unternehmen der Auto-Eder-Gruppe, kostenlos zur Verfügung gestellt und wird nicht mit Spendengeldern bezahlt. Wer ohne zu spenden am Gewinnspiel teilnehmen will, schickt eine Postkarte mit dem Kennwort "OVB-Weihnachtsaktion" an die OVB-Heimatzeitungen. Mitarbeiter des OVB-Medienhauses und der Auto-Eder-Gruppe sowie deren Angehörige sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

OVB Heimatzeitungen

Quelle: rosenheim24.de

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