"Gesundheit muss menschlicher werden!"

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Garching - Dr. Markus Söder, Bayerischer Staatsminister für Umwelt und Gesundheit, sprach auf dem Garchinger Herbstfest.

Im Mittelpunkt der Festrede des Ministers standen die verlängerte Laufzeit der Kernkraftwerke, die Gesundheitsreform und die bayerische Kultur.

Klar und richtig sei die Entscheidung der Bundesregierung für eine Verlängerung der Laufzeit der Kernkraftwerke gewesen, so Söder. Die deutschen Kernkraftwerke seien die sichersten der Welt, ein Ausstieg daraus und somit ein Einstieg in die tschechische Kernkraft sei völlig unakzeptabel.

Auch das deutsche Gesundheitswesen war ein zentraler Punkt in der Rede des Ministers. "Wir haben ein starkes und gutes Gesundheitssystem", betonte Söder. Ihn ärgere, dass immer wieder Stimmen laut werden, die verlangen, dass die Gesundheit billiger gemacht werde. "Die Gesundheit muss nicht nur billiger, sondern menschlicher gemacht werden!" Söder selbst habe erlebt, wie wichtig Menschlichkeit im Gesundheitswesen sei. Als sein Vater auf der Palliativstation gelegen hat, beobachtete der Minister, wie eine Krankenschwester die Hand seines Vaters streichelte und mit ihm sprach. "Sie hat ihn als Mensch behandelt. Das zeigt, dass man nicht nur über die Kosten reden sollte."

Das Gesundheitswesen müsse vor allem eine gerechte Finanzierung für alle, unabhängig von Alter, sozialem Status und Herkunft, bereithalten. Um das zu verwirklichen, müsse sich zu allererst in der Bürokratie etwas ändern. "Ein deutscher Arzt verbringt nur ein Drittel seiner Zeit mit helfen und heilen. Der Rest ist Büroarbeit", meinte Söder. Gespart werden müsse darum primär an Formularen.

Auch die Integrationsdebatte um Thilo Sarrazin beschäftigte den Umwelt- und Gesundheitsminister. "Ich bin sehr für Integration, aber wer hier lebt, muss auch unsere Sprache sprechen", so Söder. Grünen-Vorsitzende Claudia Roth habe ihm einmal gesagt, die CSU müsse multikultureller werden. "Ich habe zwei Tage gebraucht, um das Gespräch zu verdauen", lachte der Minister. Besonders die bayerische Kultur sei einmalig und müsse bewahrt werden. "Wenn die Leute Deutschland hören, denken sie nach, wenn sie Bayern hören, fühlen sie."

Seinen Besuch in Garching beendete Söder mit dem Anzapfen des Festbieres und sorgte so für eine Überschwemmung auf der Bühne. Die Zuschauer zumindest waren begeistert von seiner Rede und holten sich im Anschluss noch Autogramme beim Minister.

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Anette Mrugala

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