Ampfinger Urnenhain: Ein Acker als Friedhof

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Im Ampfinger Urnenhain findet es Michael Bernard alles andere als schön.

Ampfing - Es ist ein Ort des Abschiednehmens, der Stille und der Trauer. Der Ampfinger Urnenhain macht Michael Bernard allerdings nur eines - wütend: "Der Zustand ist schockierend" 

Leise fällt Laub auf das Urnenfeld. Zwischen den Blättern, dem Gras und dem Moos steht eine Vase. Darin die Blumen, die bei der Beerdigung eines nahen Verwandten von Michael Bernard niedergelegt wurden.

Vernichtendes Urteil

Der gebürtige Waldkraiburger schaut sich um, sein Urteil ist vernichtend: "Als ich diese Wiese hier zum ersten Mal sah, blieb mir die Luft weg. Sie gleicht einem Acker, bepflanzt mit unansehnlichen, teils toten Grasbüscheln. Eingerahmt werden die Parzellen, getrennt durch einen vermoosten, mit Pflastersteinen ausgelegten Weg, von mit Moos und Algen verschmutzten Steinblöcken. An den beiden Enden des Weges stehen Gedenktafeln die ebenfalls stark verschmutzt und unansehnlich sind."

Mit dieser Meinung, so sagt der Unterhachinger, steht er nicht alleine da. Den "unzumutbaren Zustand hätten am Tag der Beerdigung gleich mehrere Personen beklagt.

"Es schaut doch lediglich herbstlich aus!"

Hans Leitner, Geschäftsstellenleiter in der Gemeinde Ampfing, kann den Ärger nicht verstehen: "Verwildert ist dort nichts, es schaut lediglich herbstlich aus. Da fallen nun mal die Blätter", sagt er. Der Vorteil am Urnenfeld, so heißt es aus dem Rathaus weiter, sei nun einmal der "Null-Komma-null-prozentige Pflegeaufwand der anonymen Grabstätte. Und da der Urnenhain als Parkanlage ausgewiesen sei, "ist es doch ganz normal, dass da auch Laub liegt", sagt Leitner.

"Wir haben eine naturbelassene Anlage"

Die "traurigen Umstände" finden laut Bernard allerdings noch längst kein Ende. Er kann den Passus der Friedhofsordnung nicht verstehen, in dem das Aufstellen von Blumenvasen und ähnlichem - etwa kleinen Engeln - verboten wird: " Hier sollten die Verantwortlichen eher froh sein, dass es Menschen gibt, die versuchen diesen Schandfleck mit Blumen und anderen Dingen zu verschönern".

Leitner macht wenig Hoffnung, dass sich dies ändern wird: "Wir haben hier eine naturbelassene Anlage. Jeder, der bei uns eine Grabstätte kauft, wird im Vorfeld darauf hingewisen, dass Blumen und Grabschmuck nur für ein bis zwei Monate erlaubt sind, und dann weggeräumt werden". Jeder, der mehr in die Grabpflege investieren möchte, habe im Ort die Möglichkeit dazu - etwa auf dem offiziellen Friedhof.

Ähnliche Beschwerden, wie die von Bernard, habe es in Ampfing noch nie gegeben.

bst/Mühldorfer Anzeiger

Quelle: innsalzach24.de

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