"Ich hatte noch nie solche Schmerzen"

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Irgendwann ging es einfach nicht mehr und Maxi musste den Rekordversuch abbrechen.

Altötting/Bodman - Aus der Traum: Der Extremschwimmer Maximilian Melyarki hat in der Nacht auf Mittwoch seinen Rekordversuch im Bodensee abgebrochen. *neue Bilder*

Um 1.19 Uhr beendete er den Versuch, das Gewässer in seiner ganzen Länge von 64 Kilometern ohne Neoprenanzug zu durchschwimmen. Mit 33,1 Kilometern schaffte Maxi die Hälfte der Strecke. Laut Plan wollte er am Mittwochvormittag in Bregenz ankommen.

Bilder vom Rekordversuch:

Maxi will Bodensee durchschwimmen: Bilder vom Start

Maxi bricht Rekordversuch ab

Interview mit Maxi nach dem Abbruch:

oton

Kurz vor dem Abbruch klagte Maxi über starke Bauch- und Muskelkrämpfe. Außerdem hatte er mit starkem Gegenwind zu kämpfen. "Die Probleme waren schon früher da", so Maxi in einem ersten Statement zu Thomas Friemel von radio-extra aus Hof. "Ich habe gemerkt, dass ich einen Bauchkrampf bekomme. Ich habe versucht ihn zu lösen, aber ich hatte noch nie so extreme Schmerzen. Mir tut alles weh, ich kann mich kaum bewegen."

Eindrücke vom Training:

Maxi will Bodensee durchschwimmen

Über den Abbruch war der Altöttinger, der in Hof studiert, natürlich traurig. Dennoch wertete er den gescheiterten Rekordvesuch nicht als persönliche Niederlage. "Ich habe nicht aufgegeben, sondern meine Grenzen kennengelernt. Das ist das, was ich mir auch vor dem Start vorgenommen hatte."

Erstes Tief bei Kilometer 17

Nach dem Start war noch alles in Ordnung. "Ich bin ein bisschen gelangweilt", sagte Maxi da. Das sollte sich aber nach und nach ändern. Nach 17 Kilometern hatte der Altöttinger dann sein erstes mentales Tief. "Da habe ich dann nur noch 'Scheiße' geschrien und war zu meinem Team nicht mehr so freundlich wie sonst. Dann habe ich vesucht, wieder den lebensfrohen Maxi rauszuholen. Aufgrund der Schmerzen hat das aber leider nicht mehr geklappt. Außerdem hat mir die Dunkelheit den Rest gegeben."

Gewitter hätte auch zu Abbruch geführt

Das schwere Gewitter, das aufzog, hätte wohl sowieso einen Strich durch die Rekord-Rechnung gemacht. Denn kurz nachdem Maxi auf das Beiboot stieg, machten Blitze und Donner das Schwimmen unmöglich.

Nach dem Ende der Rekord-Träume war die Enttäuschung bei dem 22-Jährigen natürlich riesengroß. In Decken gehüllt lag er in der Bootskoje und war nicht ansprechbar. Die Schmerzen, die Kälte und auch das mentale Tief der letzten Stunde hatten leider gesiegt.

Gewinn für den guten Zweck

Trotz des Abbruchs kam ein hoher Betrag für den guten Zweck zusammen - über 3000 Euro konnten durch Maxis Schwimmmarathon "erschwommen" werden. Er unterstützt den Verein "Schutzhöhle", der bei der Aufklärung und Prävention von sexuellem Missbrauch an Kindern hilft.

Der Video-Beitrag stammt von TV Oberfranken, dessen Fernseh-Team Maxi exklusiv begleitet hat.

Auch Amerikanerin scheitert am Rekordversuch

Auch Diana Nyad musste ihren Rekordversuch abbrechen.

Geplatzte Extremschwimmer-Träume gab es auch an einem anderem Ort der Welt. Wie Maximilian Melyarki musste die amerikanische Extremschwimmerin Diana Nyad ihren Versuch aufgegeben. Sie wollte von Kuba nach Florida ohne schützenden Haikäfig schwimmen. Bei ihr sollten es noch ein paar Kilometer mehr sein. Die 62-Jährige war am Samstag in Kuba aufgebrochen und wollte die 160 Kilometer lange Strecke in rund 60 Stunden hinter sich bringen. Bereits zum vierten Mal musste Diana Nyad den Versuch abbrechen. Am Dienstag musste sie in den Morgenstunden nach 42 Kilometern aufgeben, weil sie mit Quallen in Berührung kam und sich Verbrennungen zuzog.

Zwei Träume, zwei Rekordversuche. Beide Extremschwimmer haben wohl ihre Grenzen kennengelernt. Aber beide haben auch erfahren, wie weit man es mit Willenskraft schaffen kann - auch wenn man nicht die Rekorde bricht.

red is24 / dpa

Quelle: innsalzach24.de

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