103.02.1203.02.12|Bad Reichenhall|
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Bad Reichenhall - Kaum ein anderes Thema prägt den Oberbürgermeister-Wahlkampf in Bad Reichenhall so wie die Zukunft der Predigtstuhlbahn. Das ist Stand der Dinge:

© BGLT
Im Februar 2009 musste die Predigtstuhlbahn Insolvenz anmelden. Seitdem kursieren immer wieder neue Gerüchte, was dort passieren soll. Rechtsanwalt Klaus-Martin Lutz, der Insolvenzverwalter, erklärte gegenüber BGLand24 jetzt, dass es derzeit zwei Interessenten an der Predigtstuhlbahn gebe. "Ein Münchner plant bereits sehr akribisch. Er hat mittlerweile eine Kostenplanung in Auftrag gegeben, die er selbst finanziert." Bis Mai rechnet Lutz mit einer Entscheidung von Seiten des Investors, der offenbar auch schon einen Geschäftsführer an der Hand hat.
Lutz bestätigte auch, dass Oberbürgermeister Herbert Lackner geäußert habe, dass man an eine Bürgschaft von Seiten der Stadt denken könne, wenn das Projekt sonst scheitern würde. "Da ist aber noch alles offen", so der Insolvenzverwalter. Dazu müsste der Investor ja zuerst einmal einen Antrag stellen.
"Wir müssen die Chance, dass Private einsteigen, nutzen", appellierte der Oberbürgermeister bei der Präsentation seines Wahlkampfprogrammes. "Auch wenn es mühselig und zäh ist, müssen wir am Ball bleiben." Klar sei in diesem Zusammenhang auch, dass eine finanzielle Unterstützung der Stadt - vorausgesetzt, der Stadtrat genehmigt sie - besser sei, als ein Wahrzeichen der Kurstadt zu verlieren.
"Die Kabinenbahn aus den 20er-Jahren ist aber äußerst erhaltenswert und ein Kapital an sich", stellte die SPD-OB-Kandidatin, Adelheid Rupp, ihrerseits fest. Sie sieht die Suche nach einem Investor nicht nur auf Seiten des Insolvenzverwalters, auch die Stadt müsse dazu aktiv werden.
Für Manfred Hofmeister, den Grünen-OB-Kandidaten, ist die Predigtstuhlbahn ein wesentliches Thema mit denen sich der künftige Oberbürgermeister und die Stadträte vorrangig auseinandersetzen müssten. Dazu sei zu hinterfragen, ob vorab einen Plan B (Städtische Übernahme) in der Öffentlichkeit, über den Stadtrat hinweg, zu kommunizieren der beste und sinnvolle Lösungsansatz sei.
Der Predigstuhl als touristisches Aushängeschild und Hausberg von Bad Reichenhall sollte den Reichenhallern gehören, heißt es auf der Wahlkampfseite der Piratenpartei, www.aufbruch-reichenhall.de. Ziel sei die Gründung einer Bürger-Genossenschaft um den Predigtstuhl zu erwerben und zu betreiben, auch mit evtl. vorhandenen Investoren zusammen.
Da sich der Investor allerdings nicht von dem derzeitigen Wahlkampf beeindrucken lässt, wird dieses Thema letztlich im Wahlkampf nicht entscheidend sein. Denn der Münchner wird dem Insolvenzverwalter seine Entscheidung erst mitteilen, wenn der von den Bad Reichenhallern gewählte neue oder alte Rathauschef im Amt ist.
cz
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